March 22, 2018 / 3:51 PM / 4 months ago

US-Handelsstreit und Wirtschaftssorgen belasten Börsen

Frankfurt (Reuters) - Die Angst vor einem globalen Handelskrieg und einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums hängt wie ein Damoklesschwert über den europäischen Börsen.

FILE PHOTO: Traders work at their desks in front of the German share price index, DAX board, at the stock exchange in Frankfurt, Germany, November 9, 2016. REUTERS/Staff/Remote/Files

Dax und EuroStoxx50 büßten am Donnerstag jeweils 1,7 beziehungsweise 1,6 Prozent auf 12.100,08 und 3348,19 Punkte ein. Auch an den US-Börsen ging es deutlich abwärts: zum Handelsschluss in Europa lagen Dow Jones & Co mehr als ein Prozent im Minus. Zwar will Amerika der EU offenbar vorerst Ausnahmen von den neuen Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte gewähren. Anleger sehen die Gefahr einer Eskalation aber nicht gebannt, denn der Showdown mit China steht bevor. US-Präsident Donald Trump brummte dem Land neue Zölle auf - betroffen sind Güter im Volumen von 60 Milliarden Dollar.

Der Konflikt drückte die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft auf den tiefsten Stand seit fast einem Jahr. Der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts fiel im März das zweite Mal in Folge. “Es mehren sich die Anzeichen, dass der aktuelle wirtschaftliche Boom langsam nachlässt oder sogar zu Ende geht”, sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC.

ZINSSORGEN WERDEN NICHT WENIGER

Investoren fürchten auch, dass sich die Zeiten des billigen Geldes bald dem Ende nähern. Die US-Notenbank Fed hob am Mittwoch ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt an und signalisierte für 2018 zwei weitere Erhöhungen. “Auch wenn die US-Notenbank versuchte, die Botschaft einer restriktiveren Geldpolitik gut zu verstecken und damit die Investoren in Watte zu packen, weht den Aktienmärkten jetzt definitiv ein härterer Wind seitens der Geldpolitik entgegen”, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. Auch die britische Notenbank stimmte die Anleger auf eine Zinsanhebung im Mai ein.

FACEBOOK-BLUES UND BANKENWERTE AUF TAUCHSTATION

Im Technologiesektor lastete der Datenskandal bei Facebook auf der Stimmung. Die Aktien gaben in New York mehr als zwei Prozent nach. Ansonsten gerieten vor allem Bankenwerte unter Druck: Der europäische Sektorindex verzeichnete ein Minus von 2,6 Prozent. Investoren fürchten, dass das erste Quartal für die Branche durchwachsen ausgefallen sein könnte.

Deutsche Bank gaben drei Prozent auf 11,65 Euro nach. Äußerungen von Finanzchef James von Moltke am Mittwoch hatten Investoren verschreckt. Dieser warnte vor Belastungen für die Quartalsbilanz in Höhe von 450 Millionen Euro.

Dies machte Börsianern zufolge auch der Commerzbank-Aktie zu schaffen. Sie tauchte um 6,2 Prozent auf 11,18 Euro ab. Händlern zufolge belastete eine Herunterstufung des Vermögensberaters Kepler Cheuvreux auf “Reduce” von “Hold” zusätzlich.

UNITED INTERNET ENTTÄUSCHEN ANLEGER

HeidelbergCement zählten mit einem Kursminus von 2,3 Prozent ebenfalls zu den größten Verlierern im Dax. Der Baustoffkonzern versprach nach einem Gewinnanstieg zwar eine höhere Dividende für 2017, enttäuschte Anleger aber mit seinen Prognosen.

Auf Tauchstation gingen auch United Internet und die Tochter 1&1 Drillisch, nachdem die beiden Firmen Geschäftsergebnisse unterhalb der Erwartungen von Analysten verkündet hatten. United Internet fielen um 9,5 Prozent, Drillisch um 5,7 Prozent.

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