September 29, 2017 / 2:00 PM / in 3 months

Dax immer näher am Rekordhoch - Bester Monat seit Dezember

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf anhaltend starke Exportgeschäfte sind die Aktienanleger zum Wochenschluss bei europäischen Unternehmen eingestiegen.

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, September 29, 2017. REUTERS/Staff/Remote

Der Dax gab am Freitag Gas und legte ein Prozent auf 12.828,86 Punkte zu. Den deutschen Leitindex trennen damit nur noch rund 123 Punkte von seinem Rekordhoch, das Wochenplus betrug 1,9 Prozent. Der EuroStoxx gewann 0,9 Prozent auf 3594,85 Zähler. Auf Monatssicht verbuchten beide Indizes den besten September seit vier Jahren.

“Nach dem guten September ebnen überzeugende Konjunkturindikatoren dem Dax den Weg zu neuen Höchstständen im Oktober”, sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. Mit niedrigeren Euro-Kursen als noch im Sommer sei der Weg für den Dax zur 13.000-Punkte-Marke nun frei, ergänzte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Der Euro kostete mit 1,18 Dollar rund zwei US-Cent weniger als zu Monatsbeginn und macht damit Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger. Neben möglicherweise langwierigen Koalitionsverhandlungen in Berlin machen Börsianer die Aussicht auf weiter steigende US-Zinsen für den Kursrückgang verantwortlich.

BERICHT ÜBER MÖGLICHEN NEUEN FED-CHEF TREIBT US-FINANZWERTE

An der Wall Street erreichten der S&P-Index und die Technologiebörse Nasdaq frische Rekordstände. Spekulationen auf eine Nominierung des Ökonomen Kevin Warsh für den Notenbank-Chefposten trieben vor allem Finanztitel an. Marktbeobachtern zufolge gilt Warsh, ein früherer Direktor der Federal Reserve, als “falkenhafter” als die sonst infrage kommenden Kandidaten und die momentane Fed-Chefin Janet Yellen. Die Falken stehen im Fachjargon für eine straffere Geldpolitik zur Bekämpfung der Inflation, was mit höheren Zinsen einhergeht.

Am Devisenmarkt verbilligte sich das Pfund Sterling am Freitag um mehr als einen halben US-Cent auf 1,3355 Dollar. Auslöser war die Korrektur des britischen Wachstums für das zweite Quartal auf 1,5 von 1,7 Prozent. Das ist das geringste Plus seit 2013. Der Londoner Auswahlindex FTSE profitierte von der schwächeren Währung und legte 0,7 Prozent zu.

VOLKSWAGEN-GEWINNWARNUNG WEGEN “DIESELGATE”

Bei den Aktienwerten geriet Volkswagen unter die Räder: Die Aufarbeitung des Skandals um manipulierte Abgastests wird das Ergebnis des dritten Quartals mit rund 2,5 Milliarden Euro belasten. “Unerwartet und enttäuschend”, kommentierte Branchenexperte Arndt Ellinghorst von Evercore ISI die Gewinnwarnung. “Das bedeutet nicht nur Gegenwind auf der Ergebnis- und Cash-Flow-Seite, sondern auch für die Glaubwürdigkeit des Managements.” Die Papiere des Wolfsburger Konzerns verloren zeitweise vier Prozent. Später dämmten sie ihre Kursverluste ein und schlossen 0,3 Prozent schwächer.

Bei E.ON kam die Vertragsverlängerung von Konzernchef Johannes Teyssen gut an. Die Papiere standen mit einem Plus von 2,3 Prozent an der Dax-Spitze.

RISIKOFAKTOR KATALONIEN-REFERENDUM

Kopfschmerzen bereitete Investoren das geplante Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien. Die Zentralregierung in Madrid will die aus ihrer Sicht verfassungswidrige Abstimmung verhindern. “Bislang gibt es zwar noch keine signifikanten Auswirkungen der Spannungen auf den Markt”, sagte Anlagestratege Sebastian Fellechner von der DZ Bank. “Wenn aber spanische und katalanische Polizisten vor den Wahllokalen stehen und darüber diskutieren, ob diese blockiert werden sollen, wird das ein Thema.” Vor diesem Hintergrund kletterte der Risikoaufschlag für die Anfang 2020 auslaufenden katalanischen Anleihen zu ihren spanischen Pendants auf rund drei Prozentpunkte - den höchsten Stand des Jahres.

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