March 6, 2018 / 2:28 PM / 9 months ago

Europas Aktienanleger bleiben nervös

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, March 6, 2018. REUTERS/Staff/Remote

Frankfurt (Reuters) - Europas Aktienanleger haben angesichts des Widerstands in den USA gegen die von US-Präsident Donald Trump geplanten Zölle am Dienstag zwar wieder etwas Mut gefasst.

Allerdings blieb die Nervosität hoch, so dass die Börsen ihre Tageshöchststände nicht halten konnten. “Am Ende wollten die Anleger doch auf Nummer sicher gehen und haben Kasse gemacht”, sagte ein Händler. Der Dax grenzte seine Gewinne ein und ging mit einem minimalen Plus von 0,2 Prozent auf 12.113 Punkten aus dem Handel. Auch der EuroStoxx50 schloss letztlich kaum verändert bei 3357 Zählern.

Auslöser der Verkäufe im späten Geschäft war die schlechte Stimmung in New York. Dort sackten die großen Indizes nach einer freundlichen Eröffnung ab. Der Dow Jones und der S&P500 notierten zum europäischen Handelsschluss 0,5 und 0,2 Prozent im Minus. Dabei hatte auch in New York die aufkeimende Kritik an der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump den Anlegern zunächst Hoffnung gemacht, dass der US-Präsident doch keinen groß angelegten Handelskrieg auslösen würde. So hatte sich am Nachmittag auch Paul Ryan - der ebenfalls den Republikanern angehörende Präsident des Repräsentantenhauses - zu Wort gemeldet. Er erklärte, die Zölle seien zu breit und öffneten die Tür für Vergeltungsmaßnahmen.

Viele Firmen fürchten höhere Kosten und Liefer-Engpässe, falls Zölle von 25 Prozent auf Stahl und von zehn Prozent auf Aluminium eingeführt werden. Trump will an seinen Plänen festhalten, wie er in Washington erklärte. In der vergangenen Woche hatte seine Ankündigung den Dax um 4,6 Prozent und erstmals seit August wieder unter die Marke von 12.000 Punkten gedrückt.

GENFER AUTOSALON TUT AUTOWERTEN GUT - VW AN DAX-SPITZE

Nach Tagen im Rückwärtsgang fuhren die Autowerte am Dienstag im Dax ganz vorne mit - allen voran VW, die mit einem Plus von 2,3 Prozent zu den Dax-Favoriten zählten. Die Wolfsburger profitierten von einer möglichen Aufspaltung des Konzerns. Einem Insider zufolge diskutiert das Management bereits mit den Eignern und dem Betriebsrat einen umfassenden Konzernumbau. Die Drohungen Trumps, auch Zollabgaben für die Autoindustrie einzuführen, hatte die Aktien der Autobauer zuletzt belastet. VW hatten an den vergangenen fünf Handelstagen über sieben Prozent eingebüßt.

Rapide bergab ging es mit ProSiebenSat.1: Zum einen müssen die Aktien ihren Platz in der ersten Liga schon in diesem Monat für Covestro räumen. Zum anderen wurde ProSieben in einer Studie des Analysehauses Viceroy scharf angegriffen: Die Analysten, die nach eigenem Bekunden auf einen fallenden Kurs gewettet haben, kritisierten den Konzern als “Kartenhaus”, dem mittels einer Kapitalerhöhung oder der Streichung der Dividende unter die Arme gegriffen werden müsse. Die Aktie sei nur ein Viertel ihres aktuellen Kurses wert. ProSieben werhrte sich gegen die Vorwürfe, die Teil einer Short-Seller-Attacke seien. Die Aktien verloren 6,4 Prozent auf 28,13 Euro. Kurz nach Veröffentlichung der Studie waren sie zeitweise um über acht Prozent abgestürzt.

Vom überraschenden Aufstieg in den Dax profitierten die Titel der einstigen Bayer-Tochter Covestro nur zeitweise. Zum Handelsschluss lagen die Titel noch 0,2 Prozent höher.

In New York flogen die Aktien von Target aus den Depots und verloren über vier Prozent. Der zweitgrößte US-Einzelhändler vergraulte die Anleger mit einem überraschend schwachen Weihnachtsgeschäft.

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