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Weltnachrichten

Offenbar Meuterei in Mali - Lage unklar

Opposition supporters react to the news of a possible mutiny of soldiers in the military base in Kati, outside the capital Bamako, at Independence Square in Bamako, Mali August 18, 2020. The sign reads: 'Down with France and its governor." REUTERS/Rey Byhre

Bamako (Reuters) - Meuternde Soldaten haben im westafrikanischen Mali Insidern zufolge eine Reihe prominenter Bürger und hochrangiger Militärs gefangengenommen.

Diese seien zum Stützpunkt der Rebellen gebracht worden, verlautete am Dienstag aus Sicherheits- und Regierungskreisen. Die Basis liegt in Kati, etwa 15 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt. Ein Militärsprecher bestätigte Berichte über Schüsse in dem Stützpunkt, ohne Details zu nennen. Ministerpräsident Boubou Cisse rief die Soldaten auf, in einen Dialog zu treten. Der Aufstand “spiegle eine gewisse Frustration wider, die legitime Gründe haben könnte”. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian verurteilte die Meuterei.

Die Lage blieb zunächst unübersichtlich. Unklar war auch, wie viele Soldaten beteiligt waren. In der Hauptstadt machten unbestätigte Gerüchte die Runde, Präsident Ibrahim Boubacar Keita sei ebenfalls gefangengenommen. Daraufhin versammelten sich Hunderte Regierungskritiker im Zentrum Bamakos und forderten seinen Rücktritt. Der Nachrichtenagentur Reuters lagen zunächst keine Anhaltspunkte dafür vor, dass Keita tatsächlich verschleppt wurde. Gegen ihn gibt es seit Juni Massenproteste. Die Demonstranten werfen dem Staatsoberhaupt Korruption vor und beklagen eine Verschlechterung der Sicherheitslage.

2012 hatte eine Meuterei in Kati zu einem Putsch geführt, bei dem der damalige Präsident Amadou Toumani Toure gestürzt wurde. Der Staatsstreich war auch mitverantwortlich dafür, dass der Norden Malis an radikale Islamisten fiel. In der ehemaligen französischen Kolonie sind auch Bundeswehr-Einheiten stationiert. Sie unterstützen mit bis zu 1100 Kräften einen UN-Blauhelm-Einsatz. Ziel ist nach Angaben der Bundeswehr die Sicherung des Friedens.

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