for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Marktnachrichten

Schwache China-Daten setzen Europas Börsen zu

Frankfurt (Reuters) - Enttäuschende chinesische Konjunkturdaten haben die europäischen Börsen zu Wochenbeginn belastet.

Darüber hinaus sorgten die anhaltenden Spannungen zwischen dem Westen und Russland für Nervosität. Dax und EuroStoxx50 büßten am Montag jeweils etwa 0,7 Prozent auf 9283 Zähler beziehungsweise 3073 Punkte ein. Parallel dazu verbilligte sich der Euro auf 1,3766 Dollar von 1,3790 Dollar zum New Yorker Freitagsschluss.

Die Geschäfte der chinesischen Industrie nahmen im März den fünften Monat in Folge ab. Das Stimmungsbarometer ging auf 48,1 Punkte von 48,5 Zählern im Vormonat zurück und lag damit weiter unter die Schwelle von 50 Stellen, die Wachstum signalisiert.

“Die Konjunktur in China kühlt sich stärker ab, als die meisten Leute erwartet hatten”, sagte Analyst Philippe de Vandiere von Altedia Investment Consulting. “Das schürt Sorgen um das weltweite Wirtschaftswachstum.” Allerdings verfüge die chinesische Regierung über die notwendigen Werkzeuge, um eine abrupte Abkühlung der heimischen Konjunktur - eine sogenannte harte Landung - zu verhindern.

Ähnlich argumentierten die Analysten der Essener National-Bank. “Die Mittel dazu hätte China allemal. Allerdings muss man jedwedes neues Konjunkturprogramm sehr fein ausbalancieren, so dass es nicht zu einer Blasenbildung in einigen Sektoren kommt.”

Der Leitindex der Börse Shanghai hatte dank der Spekulationen auf neue Geldspritzen 0,9 Prozent im Plus geschlossen. An den Rohstoffmärkten hielten diese Hoffnungen die Kursverluste in Grenzen. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,2 Prozent auf 106,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Das wichtige Industriemetall Kupfer notierte mit 6470,50 Dollar je Tonne 0,1 Prozent niedriger als am Freitag.

UKRAINE-KRISE BLEIBT THEMA

Die Loslösung der Krim von der Ukraine und die Zukunft der ostukrainischen Gebiete mit einem hohen Anteil russisch-stämmiger Bewohner sorgte erneut für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett. “Sollten die Sanktionen des Westens gegen Russland verschärft werden, würde Deutschland besonders darunter leiden”, betonte ein Börsianer.

Die russischen Börsen machten allerdings ihre Freitagsverluste größtenteils wett. Die Leitindizes der Moskauer Börse stiegen um jeweils etwa 0,6 Prozent. Auch die russische Währung legte wieder zu. “Am Wochenende wurden keine weiteren Sanktionen verhängt”, schrieb Analyst Wasili Tanrukow von Weles Capital in einem Kommentar. Seine Kollegin Anastasia Sosnowa von Rossijski Capital warnte jedoch, dass die Stimmung schnell kippen könne, sollten zusätzliche Strafmaßnahmen beschlossen werden.

DEUTSCHE POST GEFRAGT - AIR BERLIN HEBEN AB

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählte die Deutsche Post mit einem Kursplus von 2,6 Prozent. Post-Chef Frank Appel peilt im Rahmen der neuen Strategie 2020 für das Brief-Geschäft ein Ergebnis von bis zu 1,6 Milliarden Euro an, berichtete “Welt am Sonntag” unter Berufung auf Insider aus dem Post-Aufsichtsrat. Bislang habe die Vorgabe gegolten, das Ergebnis bei einer Milliarde Euro nachhaltig zu stabilisieren. Ein Börsianer bezeichnete das neue Gewinnziel als ambitioniert und wertete es positiv. “Aber man darf dabei nicht vergessen, dass es den Weg für eine Platzierung weiterer Aktien ebnen könnte.”

Im Kleinwerte-Index SDax schossen Air Berlin zeitweise sogar knapp elf Prozent in die Höhe. Insidern zufolge erwägt Etihad, Air Berlin von der Börse zu nehmen und anschließend mit Alitalia zu fusionieren. “Die Minderheitsaktionäre können aber nicht mit einer großen Abfindung rechnen”, warnte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. “Schließlich ist die Aktie bereits vergleichsweise hoch bewertet.”

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up