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Mehr als 200 Tote bei Erdbeben in Mexiko
20. September 2017 / 07:03 / in einem Monat

Mehr als 200 Tote bei Erdbeben in Mexiko

Mexiko-Stadt (Reuters) - Mexiko ist zum zweiten Mal binnen zwei Wochen von einem schweren Erdbeben erschüttert worden.

People clear rubble after an earthquake hit Mexico City, Mexico September 19, 2017. REUTERS/Carlos Jasso

Bei der Katastrophe am Jahrestag des verheerenden Bebens von 1985 kamen nach amtlichen Angaben über 200 Menschen um. Der Erdstoß der Stärke 7,1 brachte in der Hauptstadt Mexiko-Stadt sowie im Zentrum des Landes am Dienstag Hunderte Gebäude zum Einsturz, darunter eine Schule, Wohnblöcke, eine Fabrik und ein Supermarkt. Millionen Haushalte waren ohne Strom. In der Nacht zum Mittwoch suchten Rettungsmannschaften und freiwillige Helfer in Trümmern der Gebäude verzweifelt nach Überlebenden. Brände brachen aus, die Behörden warnten vor Gaslecks. Der Flughafen der Hauptstadt stellte seinen Betrieb ein. Die Börse unterbrach ihren Handel. Auch die deutschen Autobauer Audi und Volkswagen unterbrachen ihre Produktion in ihren Werken im Bundesstaat Puebla.

Allein in Mexiko-Stadt wurden nach Angaben des Zivilschutzes bis Mittwochmorgen 86 Tote geborgen. Im Bundesstaat Morelos kamen 71 Menschen um. In Puebla, wo nach Angaben der US-Erdbebenwarte das Epizentrum lag, starben mindestens 43 Menschen. Erst vor knapp zwei Wochen hatte die Erde in Mexiko heftig gebebt. Mindestens 98 Menschen starben damals. Bei dem verheerenden Erdbeben am 19. September 1985 waren Tausende Menschen umgekommen und weite Teile von Mexiko-Stadt dem Erdboden gleichgemacht wurden.

Zahlreiche Menschen hatten sich gerade erst an den jährlichen Erdbebenübungen beteiligt, als wenige Stunden später das Beben zur Mittagszeit ausbrach. “Dies ist keine Übung”, waren die letzten Worte eines Nachrichtensprechers, bevor er sich während einer Live-Sendung aus dem einstürzenden Studio retten konnte. In Mexiko-Stadt rannten Tausende in Panik auf die Straßen. Ein Bankmitarbeiter sagte, in den Büros hätten Lampen und Möbel angefangen zu wackeln. Als er und seine Kollegen über die Treppen aus dem Gebäude gelangen wollten, seien die Wände eingestürzt.

“MEINE FRAU ANTWORTET NICHT”

In Gebäudetrümmern suchten Helfer teils mit bloßen Händen nach Überlebenden. “Meine Frau ist dort. Ich kann nicht mit ihr kommunizieren. Sie antwortet nicht. Und jetzt sagen sie uns, dass wir unsere Handys ausschalten müssen, weil es ein Gasleck gibt”, sagte Juan Jesus Garcia.

Vor der eingestürzten Schule Enrique Rebsamen spielten sich chaotische Szenen ab. Verzweifelte Eltern warteten auf Nachricht von ihren vermissten Kindern, während Rettungsmannschaften unter Scheinwerferlicht mit Bulldozern Schutt beiseite räumten, um Zugänge für die Suchmannschaften zu schaffen. “Sie graben immer noch Kinder aus, aber wir wissen nicht, was mit unserer Tochter ist”, sagte die 32-jährige Adriana D‘Fargo. Stundenlang wartete sie auf Nachricht von ihrer siebenjährigen Tochter. Nach Angaben von Präsident Enrique Pena Nieto wurden bis zum Morgen mindestens 22 Kinder und zwei Erwachsene tot aus den Trümmern der Schule geborgen. 30 weitere Kinder und zwölf Erwachsene würden noch vermisst. Dem Fernsehsender Televisa zufolge wurden elf Kinder gerettet.

Zeitgleich mit dem Beben gab es am Vulkan Popocatepetl unweit von Mexiko-Stadt einen kleinen Ausbruch. Am Hang des Bergs stürzte nach Angaben des Gouverneurs von Puebla, Jose Anonio Gali, eine Kirche ein, als dort eine Messe gelesen wurde. 15 Menschen seien ums Leben gekommen.

US-Präsident Donald Trump sagte den Bewohnern der Hauptstadt via Twitter die Unterstützung seines Landes zu: “Gott segne die Bevölkerung von Mexiko-Stadt. Wir sind bei euch und werden für euch da sein.” In der Metropole und der unmittelbaren Umgebung leben etwa 20 Millionen Menschen.

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