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Weltnachrichten

Pro-westliche Partei in Montenegro nach Wahl ohne Mehrheit

FILE PHOTO: Montenegrin President and leader of ruling Democratic Party of Socialists, Milo Djukanovic, speaks to the media after the general election in Podgorica, Montenegro August 30, 2020. REUTERS/Stevo Vasiljevic

Podgorica (Reuters) - Bei der Parlamentswahl in Montenegro hat die pro-westliche Partei von Präsident Milo Djukanovic die Mehrheit verpasst.

Dessen seit drei Jahrzehnten regierende Demokratische Partei der Sozialisten (DPS) kommt der amtlichen Auszählung zufolge auf 35,06 Prozent der Stimmen. Die pro-serbische Allianz, die engere Beziehungen zu Serbien und Russland anstrebt, liegt demnach mit 32,55 Prozent knapp dahinter. Ihr folgt eine Allianz zentristischer und pro-westlicher Kräfte mit 12,53 Prozent. Die Grüne Partei gewann auf 5,53 Prozent.

“Die Regierung ist gestürzt”, sagte der Führer des pro-serbischen Oppositionsbündnisses, Zdravko Krivokapic, vor Anhängern. “Ein neuer Tag im freien Montenegro hat begonnen.” Präsident Djukanovic sagte vor seinen Unterstützern, dass seine DPS als größte Partei mit Hilfe kleinerer Partner 40 Abgeordnete in dem 81 Sitze umfassenden Parlament stellen werde.

Das südosteuropäische Montenegro hat rund 620.000 Einwohner. Rund ein Drittel von ihnen bezeichnen sich als Serben. Die meisten Montenegriner und Serben haben eine gemeinsame Sprache und den orthodoxen christlichen Glauben. Djukanovic, dem 2023 die Wiederwahl zum Präsidenten bevorsteht, beschuldigte Serbien und Russland, die Kirche und die pro-serbische Opposition zu benutzen, um die Unabhängigkeit Montenegros und seine pro-westliche Ausrichtung zu untergraben.

Eine pro-serbische Regierung könnte versuchen, den gebirgigen Küstenstaat näher an Serbien und Russland zu rücken. Es wird aber nicht erwartet, dass sie das Land aus der Nato führen oder den Antrag auf Beitritt zur Europäischen Union zurücknehmen würde.

Jede künftige Regierung muss sich mit einem wirtschaftlichen Abschwung auseinandersetzen, der bereits 2019 begann und durch die Corona-Pandemie verschärft wurde. Durch Reisebeschränkungen brachen die Einnahmen aus dem Tourismus, einem wichtigen Motor der Wirtschaft, ein. Der Internationale Währungsfonds erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt Montenegros in diesem Jahr um fast neun Prozent schrumpfen wird.

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