for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Marktbericht Deutschland

MÄRKTE-Sorge um Liquidität und Embraer-Sparten-Kauf drückt Boeing

Frankfurt, 19. Mrz (Reuters) - Anleger von Boeing ergreifen angesichts der Verluste der Luftfahrtindustrie durch die Coronavirus-Pandemie die Flucht. Die Aktien des US-Flugzeugbauers fielen am Donnerstag vorbörslich in New York um weitere sechs Prozent, nachdem sie am Mittwoch um knapp achtzehn Prozent auf 101,89 Dollar abgesackt waren. Seit Jahresbeginn haben sie rund 70 Prozent verloren.

Der wegen des jahrelangen Flugverbots für sein Modell 737 Max bereits angeschlagene Konzern hatte am Dienstag für die angeschlagene US-Luft- und Raumfahrtindustrie ein Hilfspaket in zweistelliger Milliardenhöhe gefordert. Ein Boeing-Sprecher sagte, die Branche benötige “mindestens 60 Milliarden Dollar Liquidität, einschließlich Darlehensgarantien”. Das Brokerhaus Cowen bezeichnete die Krise als größte Bedrohung aller Zeiten für die Branche. Die Analysten kappten das Kursziel für Boeing-Papiere um 200 Dollar auf 150 Dollar. Es seien starke Produktionseinschränkungen und Liquiditätsprobleme angesichts der Krise zu befürchten.

Der rasante Kursverfall in der Industrie wirft auch Fragen zum geplanten milliardenschweren Kauf der kommerziellen Luftfahrtsparte der brasilianischen Gesellschaft Embraer auf. Angesichts der jüngsten Ereignisse “haben sich die Chancen erhöht, dass dieser Deal nicht kommen wird”, sagte Ken Herbert, Analyst bei Canaccord Genuity. Auch Embraer-Aktien haben seit Bekanntwerden der Pläne in 2018 rund zwei Drittel an Wert verloren. Der Marktwert der Gesellschaft schrumpfte auf 1,3 Milliarden Dollar. Die hochverschuldete Boeing muss laut Vereinbarung aber 4,2 Milliarden Dollar für 80 Prozent der Sparte von Embraer zahlen.

Durch den Kauf und damit den Zugriff auf Passagierjets mit 70- bis 150-Sitzen will sich Boeing in direkte Konkurrenz zu Jets der nächsten Generation stellen, die von Bombardier entworfen und von der europäischen Airbus als A220-Flotte übernommen wurden.

Die brasilianische Kartellbehörde Cade bekräftigte am Mittwoch ihre Genehmigung des Deals ohne Einschränkungen. Eine staatliche Untersuchungskommission hatte eine erneute Entscheidung angefordert, nach dem die Wettbewerbshüter im Januar grünes Licht gegeben hatten. (Reporter: im Hepher, Marcelo Rochabrun, geschrieben on Anika Ross, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1236 oder 030-2888 5168)

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up