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MÄRKTE-Euro rutscht unter 1,18 Dollar - Zinsdifferenz belastet
26. September 2017 / 13:02 / vor einem Monat

MÄRKTE-Euro rutscht unter 1,18 Dollar - Zinsdifferenz belastet

Frankfurt/London, 26. Sep (Reuters) - Der Euro bleibt unter Druck: Die Gemeinschaftswährung rutschte am Dienstag um mehr als einen halben US-Cent auf 1,1782 Dollar ab und notierte damit so niedrig wie zuletzt vor vier Wochen. Neben möglicherweise langwierigen Koalitionsverhandlungen in Berlin machten Börsianer die Aussicht auf weiter steigende US-Zinsen für den Kursrückgang verantwortlich.

In den USA stünden die Zeichen auf Zinserhöhungen, sagten Händler. “Und das dürfte Fed-Chefin Janet Yellen bei ihrer Rede heute Abend (MESZ) in Cleveland zum Thema Inflation und Geldpolitik bestätigen.” Dagegen hält die EZB weiterhin eine sehr umfangreiche geldpolitische Unterstützung für die Konjunktur für nötig, wie Notenbankchef Mario Draghi am Montag vor einem Ausschuss des Europa-Parlaments in Brüssel ausführte.

Zudem belastet den Euro auch die mögliche Regierungsbeteiligung der FDP in Berlin. Die Liberalen sehen eine vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron befürwortete stärkere Integration im Euro-Raum kritisch. Macron wollte seine Ideen zur Vertiefung der Euro-Zone durch ein gemeinsames Bugdet und einen gemeinsamen Finanzminister am Dienstag vorstellen. “Das Wahlergebnis in Deutschland war ein Dämpfer nicht nur für Merkel, auch für Macron”, sagte Neil Jones, Währungsstratege bei der Bank Mizuho in London. Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen verwies darauf, dass der Euro seit der französischen Präsidentenwahl letztlich vor allem angesichts von Hoffnungen auf eine größere Integration Europas um zehn Prozent aufgewertet habe. Vor dem Hintergrund der Bundestagswahlen sei nun die Unsicherheit darüber wieder höher.

Nach der jüngsten Ratssitzung der EZB hatte der Euro noch mit 1,2092 Dollar ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch markiert. Anleger hatten die Aussagen der EZB als Signal für ein baldiges Ende der Anleihenkäufe interpretiert. Zudem hatten viele Analysten von einer Dollar-Schwäche gesprochen, die trotz der höheren Zinsen mit der innenpolitischen Lage in Washington begründet wurde.

Reporter: Andrea Lentz und Jemima Kelly, redigiert von Christian Krämer; bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1236 oder 030-2888 5168

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