May 21, 2018 / 11:07 AM / in a month

Europäische Börsen nach Entspannung im Handelsstreit im Aufwind

Frankfurt, 21. Mai (Reuters) - Anleger in Europa haben erleichtert auf die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China reagiert. Der Index der 600 größten börsennotierten Firmen Europas kletterte am Montag 0,4 Prozent auf 396,23 Punkte und damit in die Nähe seines Drei-Monats-Hochs. Der britische Footsie erreichte mit 7851,43 sogar ein Rekordhoch. “Das gute Gefühl nach der Waffenruhe im Handelsstreit stärkt die Risikobereitschaft”, erläuterte Neil Wilson, Chefanalyst bei Markets.com. Dazu wirke sich der erstarkte Dollar positiv auf europäische Export-Unternehmen aus. Der Euro fiel um 0,27 Prozent auf 1,1742 Dollar.

Spitzenvertreter der USA und Chinas hatten sich am Sonntag in Washington auf Maßnahmen zum Abbau des Handelsungleichgewichts zulasten der USA geeinigt. “Wir setzen den Handelskrieg aus”, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin. Chinesische Staatsmedien feierten den Durchbruch als Sieg der Beharrlichkeit und “Win-Win-Situation” für beide Seiten. Auch die asiatischen Börsen lagen im Plus. In Deutschland, Österreich und der Schweiz blieben die Märkte wegen Pfingsten geschlossen.

In Italien warteten die Anleger mit Spannung darauf, wer der künftige Ministerpräsident werden soll. Vertreter der populistischen 5-Sterne-Bewegung und der rechtsextremen Lega wollten am späten Nachmittag Staatspräsident Sergio Mattarella treffen und ihm ihren Kandidaten für das Amt vorschlagen. Der Börsenindex FTSE MIB verlor zwar 0,4 Prozent, dies lag aber daran, dass mehrere Schwergewichte nach Abzug der Dividende im Minus lagen. Unter den Gewinnern waren Fiat Chrysler mit einem Aufschlag von mehr als drei Prozent.

Die Aktien von Europas größtem Billigflieger Ryanair notierten mehr als vier Prozent im Plus. Der irische Konzern erwartet für das laufende Geschäftsjahr zwar den ersten Gewinnrückgang seit fünf Jahren. Die Anleger freuten sich aber offenbar mehr über den neuen Rekordgewinn, den Ryanair für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegte. “Wir glauben, dass Ryanairs Wettbewerbsvorsprung in der Branche bleibt”, konstatierten die Analysten von Davy Research. (Reporter: Danilo Masoni und Sabine Wollrab redigiert von Georg Merziger Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1232 oder 030-2888 5168.)

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