April 23, 2018 / 7:26 AM / 6 months ago

MÄRKTE-Aufatmen bei Fresenius-Anlegern nach geplatztem Akorn-Deal

Frankfurt, 23. Apr (Reuters) - Anleger von Fresenius haben sich nach der abgesagten Milliardenübernahme von Akorn mit Aktien des Bad Homburger Gesundheitskonzerns eingedeckt. Die Titel stiegen im frühen Handel am Montag um drei Prozent auf 67,58 Euro und waren mit Abstand größter Gewinner im Dax. Allerdings keimten Sorgen vor einem Rechtsstreit mit den Amerikanern auf.

“Für Fresenius ist die Nachricht positiv, aber die Antwort von Akorn auf die abgeblasene Übernahme klingt danach, als ob die Sache vor Gericht landen wird”, schrieben die Analysten der Investmentbank Bernstein. Auch die US-Gesundheitsbehörde FDA könne sich einschalten. Die Experten von Morgan Stanley äußerten sich ähnlich. “Der Ausgang dieses Deals ist nicht ideal, da er einen langwierigen Rechtsstreit nach sich ziehen könnte.”

Fresenius ließ die Übernahmepläne fallen, nachdem der Konzern beim Generika-Anbieter Akorn nach eigenen Angaben schwerwiegende Verstöße gegen Vorgaben der US-Gesundheitsbehörde FDA zur Datenintegrität gefunden hat. Akorn erklärte daraufhin, der Konzern sehe keinen Grund, die Kaufpläne zu stoppen und wolle seine Rechte in der verbindlichen Fusionsvereinbarung durchsetzen.

Nicht komplett auszuschließen sei auch, dass Fresenius mit der Aufkündigung der Transaktion versuche, einen geringeren Übernahmepreis rauszuhandeln, erklärten die Experten der Bank Berenberg. Offensichtlich seien die Probleme bei Akorn aber so gravierend, dass Fresenius den Stecker ganz gezogen habe. Sollte Fresenius ohne einen längeren Rechtsstreit davon kommen, wäre das für den Aktienkurs positiv. “Für die Aktie ist das Ende des Deals eine Art Neustart.”

Anleger von Fresenius waren schon länger bezüglich der Übernahmepläne skeptisch. Die Titel hatten in den vergangenen zwölf Monaten elf Prozent verloren. Akorn wäre mit 4,4 Milliarden Euro die zweitgrößte Übernahme für Fresenius gewesen.

Reporterin: Patricia Uhlig; redigiert von Thomas Seythal. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168.

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