May 22, 2018 / 11:34 AM / 3 months ago

MÄRKTE-Experten warnen vor Anlagen in italienische Staatsanleihen

Frankfurt, 22. Mai (Reuters) - Vor dem Hintergrund der politischen Unwägbarkeiten in Italien warnen Analysten vor Geldanlagen in italienische Staatsanleihen. “Die weitere Entwicklung in Italien ist mit so viel Unsicherheit belastet, dass wir zur Vorsicht raten”, erklärte Anleiheexperte Martin Hasse von der Privatbank M.M. Warburg am Dienstag. Den risikoaversen Anlegern empfehle er daher, sich von Anleihen des Landes zu trennen. Sollten die Populisten in Italien ihren Konfrontationskurs mit der Europäischen Union (EU) beibehalten, werde die Rendite auf italienische Staatspapiere voraussichtlich noch weiter steigen. Renditen von 2,5 Prozent für zehnjährige Anleihen seien möglich. Damit sind die Renditen aber immer noch weit entfernt von den Hochphasen der Euro-Krise Ende 2011, damals rentierten Italien-Bonds zeitweise bei 7,5 Prozent.

Im frühen Handel am Dienstag warfen zahlreiche Anleger ihre italienischen Staatsanleihen aus den Depots, die Rendite stieg daraufhin auf ein 14-Monats-Hoch von 2,418 Prozent. Der Risikoaufschlag auf die vergleichbare deutsche Bundesanleihe weitete sich auf bis zu 186 Basispunkte aus, das war fast doppelt so viel wie Ende April.

Sobald die neue Regierung damit beginne, die Pläne zumindest zum Teil umzusetzen, werde dieser sogenannte Spread in Richtung 250 Basispunkte steigen, prognostizierte Anleiheanalyst Daniel Lenz von der DZ Bank. “Die längerfristigen Aussichten für die Schuldentragfähigkeit Italiens dürften sich massiv verschlechtern.” Warburg-Experte Hasse hält sogar eine Verdopplung der aktuellen Risikoaufschläge für möglich. Auch die Staatstitel angrenzender Länder wie Spanien, Griechenland und Portugal wären davon betroffen. Selbst Länder wie Frankreich, wo Banken große Bestände an italienischen Staatsanleihen hielten, könnten sich Ansteckungseffekten wohl nicht entziehen.

Die beiden potenziellen Koalitionspartner 5 Sterne und Lega planen höhere Ausgaben für Soziales, Steuersenkungen und eine Rücknahme der Rentenreform, was viele Milliarden verschlingen würde. Der Juraprofessor Giuseppe Conte, der keine politische Erfahrung hat, soll neuer Regierungschef werden. (Reporterin: Patricia Uhlig, redigiert von Kerstin Dörr Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1236 oder 030-2888 5168)

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