June 19, 2018 / 12:07 PM / in 3 months

MÄRKTE-Saudi-Arabien und Argentinien streben in MSCI-Index

Frankfurt, 19. Jun (Reuters) - Saudi-Arabien und Argentinien stehen am Kapitalmarkt vor einem Ritterschlag. Der Indexanbieter MSCI könnte beide am Mittwoch in den Rang eines Schwellenlandes erheben. Sollte den Ländern der Sprung in das von Investoren weltweit beachtete und nachgebildete Börsenbarometer gelingen, könnte das milliardenschwere Geldströme in Gang setzen.

Vor allem passive Investoren, wie im Fall von börsennotierten Indexfonds (ETFs), müssen bei einer Änderung der Zusammensetzung nachziehen. Aber auch aktiv gesteuerte Anlagen nutzen die Indizes als Orientierung. Die Marktmacht von MSCI ist gewaltig: Die Schwellenländer-Indizes werden von Portfolios mit einem Volumen von rund 1,7 Billionen Dollar abgebildet.

SAUDI-ARABIEN AUF DEM SPRUNG

Saudi-Arabien hat vor zwei Jahren eine Initiative gestartet, um Wirtschaft und Gesellschaft zu modernisieren und ausländischen Investoren den Zugang zu erleichtern. Die Aussicht auf eine Aufnahme saudiarabischer Werte in den wichtigen MSCI-Schwellenländerindex hatte bereits vor einem Jahr für Euphorie gesorgt. Der Leitindex ist seitdem um rund 20 Prozent gestiegen. Damit hätte er in dem Schwellenländer-Barometer eine Gewichtung von 2,3 Prozent, gleichauf mit Malaysia und Thailand.

Nicht eingerechnet ist dabei der geplante milliardenschwere Börsengang des Ölkonzerns Aramco. Saudi-Arabien will sich im großen Stil von Firmenbeteiligungen trennen und damit seine Abhängigkeit von Öl-Einnahmen verringern.

ARGENTINIEN KÄMPFT MIT PESO-SCHWÄCHE

Mit der Einführung von Kapitalkontrollen 2009 fiel Argentinien bei MSCI in Ungnade und bekam seinen Schwellenländer-Status aberkannt. Seit drei Jahren bemüht sich die Regierung aber mit marktfreundlichen Reformen wieder zu punkten. Im vergangenen Jahr reichte das aus MSCI-Sicht noch nicht für eine Nominierung als Aufstiegskandidat. Es müsse feststehen, dass die Reformen unumkehrbar seien, erklärte der Indexanbieter zur Begründung.

In den vergangenen Wochen sorgte der Sinkflug der Landeswährung Peso für Unruhe. Die Notenbank sah sich gezwungen, die Leitzinsen auf 40 Prozent anzuheben, um den Peso zu stützen. Zudem beantragte Präsident Mauricio Macri beim Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Notfallkredit in Höhe von 50 Milliarden Dollar. MSCI signalisierte bereits, dass es das Land mit einem Indexaufstieg deswegen schwer haben könnte. Argentinien hätte in dem Schwellenländer-Barometer eine Gewichtung von 0,6 Prozent, vergleichbar mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. (Reporter: Karin Strohecker, Anika Ross redigiert von Georg Merziger Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069 - 7565 1231 oder 030 - 2888 5168.)

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