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MÄRKTE-Broker Noble schockt Anleger mit erneutem Milliardenverlust
23. Oktober 2017 / 08:24 / vor einem Monat

MÄRKTE-Broker Noble schockt Anleger mit erneutem Milliardenverlust

Singapur/Frankfurt, 23. Okt (Reuters) - Das einst größte asiatische Rohstoff-Handelshaus Noble Group hat vor einem erneuten Milliardenverlust im dritten Quartal gewarnt und Anleger in die Flucht geschlagen. Der Kurs brach an der Börse in Singapur am Montag um zehn Prozent ein. Seit Anfang des Jahres verlor die Aktie damit rund 80 Prozent. Der Niedergang von Noble macht Energiekonzernen weltweit zu schaffen, weil der Future-Handel in der Region dadurch deutlich gesunken ist.

Der Absturz des im Öl- und Kohlehandel agierenden Brokers begann mit der Rohstoffkrise Anfang 2015. Zudem stellten Analysten damals die Kundenbeziehungen von Noble in Frage. Die Folge waren hohe Abschreibungen, der Börsenkurs brach ein und Ratingagenturen senkten ihre Bonitätsnoten. “Die große Frage ist, wann Noble die Kehrtwende endlich schafft”, sagte Nomura-Analystin Annisa Lee. Der prognostizierte Milliardenverlust sei beunruhigend. Der Marktwert von Noble sackte von Februar 2015 von rund sechs Milliarden Dollar auf weniger als 400 Millionen Dollar ab.

Noble rechnet nach eigenen Angaben im Zeitraum Juli bis September mit einem Nettoverlust von umgerechnet rund einer Milliarde Euro. Bereits im zweiten Quartal war ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro angefallen. Noble teilte auch mit, sein US-Erdöl-Geschäft an den Rivalen Vitol für knapp 500 Millionen Euro zu verkaufen. Der Broker versucht mit Spartenverkäufen seine milliardenschwere Schuldenlast zu drücken.

Für Energieversorger ist der Rückzug des einst größten asiatischen Rohstoff-Brokers zunehmend ein Problem, weil sie sich bei Häusern wie Noble mit speziellen Finanzprodukten gegen steigende oder fallende Rohstoffpreise absichern. “Die Schwierigkeiten bei Noble haben die Liquidität im asiatischen Future-Markt deutlich eingeschränkt”, sagte ein Händler. Vor allem im Markt für Kokskohle sei dies deutlich spürbar. Dadurch erhöhe sich das Risiko von realen Angebotsengpässen bei bestimmten Rohstoffen in der Region. (Reporter: Anshuman Daga, Henning Gloystein, Vera Eckert, bearbeitet von Patricia Uhlig, redigiert von Nadine Schimroszik. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1236 oder 030-2888 5168)

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