December 22, 2017 / 8:54 AM / a month ago

MÄRKTE-Spanische Aktien und Anleihen unter Druck nach Katalonien-Wahl

Frankfurt, 22. Dez (Reuters) - Aus Sorge vor neuen politischen Unruhen in Spanien haben Anleger an der Börse in Madrid am Freitag die Reißleine gezogen. Der Leitindex IBEX rutschte um bis zu 1,6 Prozent auf 10.138 Punkte ab und war einer der schwächsten Indizes in Europa. Besonders Banken standen unter Druck. Die Titel von BBVA und Banco Santander gehörten mit einem Minus von je 1,5 Prozent zu den größten Verlierern im EuroStoxx50. Die Kurse von Caixabank und Banco Sabadell gaben je gut 2,5 Prozent nach. Auch Anleiheanleger gingen auf Nummer sicher und verkauften spanische Staatspapiere. Die Rendite der zehnjährigen Titel stieg deshalb auf ein Viereinhalb-Wochen-Hoch von 1,527 Prozent.

Bei den Wahlen erzielten die Parteien, die sich für eine Unabhängigkeit der wirtschaftsstarken Region Katalonien einsetzen, die absolute Mehrheit. “Die Hoffnungen des spanischen Ministerpräsidenten Mario Rajoy, durch Neuwahlen die Krise in Katalonien zu beenden, haben sich nicht erfüllt”, sagte Ökonom Ralph Solveen von der Commerzbank. Die politische Unsicherheit in Spanien werde nun wieder steigen, fügten die Volkswirte der Landesbank LBBW hinzu. Kataloniens Ex-Regierungschef Carles Puigdemont hatte im Oktober die Unabhängigkeit ausgerufen und war danach von der spanischen Zentralregierung entmachtet worden.

Allerdings erwarten die Experten, dass das Wahlergebnis nur kurzfristig für Aufregung an den Finanzmärkten sorgt. Die Bildung einer Regierung werde nicht einfach werden, erklärten die Analysten der BayernLB. “Dass sich die drei für eine Unabhängigkeit eintretenden Parteien einigen, gilt als schwierig.” Zudem sitze Puigdemont noch im Exil in Brüssel. Am Ende werde sich zeigen, dass das Thema ‘Unabhängigkeit Kataloniens’ erst einmal nicht mehr akut sei, fügte Commerzbank-Experte Solveen hinzu. “Damit dürfte Katalonien mehr und mehr aus dem Blickfeld der Investoren geraten, so dass bei der Bewertung spanischer Anleihen eher wieder die guten wirtschaftlichen Perspektiven des Landes sowie der Einfluss der EZB-Politik im Fokus stehen werden.” (Reporterin: Patricia Uhlig, redigiert von Christian Rüttger; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1236 oder 030-2888 5168)

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