March 30, 2018 / 1:17 PM / 25 days ago

Tote und Verletzte bei Palästinenser-Protesten in Gazastreifen

Gazastreifen/Jerusalem (Reuters) - Bei Protestaktionen an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel sind nach palästinensischen Angaben mindestens zwölf Menschen getötet und Hunderte verletzt worden.

Israeli soldiers patrol next to the border fence on the Israeli side of the Israel-Gaza Strip border, as Palestinians protest on the Gaza side of the border, March 30, 2018. REUTERS/Amir Cohen

Die israelischen Sicherheitskräfte setzten am Freitag nach Darstellung der Rettungskräfte in Gaza neben Tränengas und Gummigeschossen vor allem scharfe Munition ein. Aus der israelischen Armee verlautete, dies sei nur bei Personen der Fall gewesen, die den Grenzzaun angegriffen hätten. Zwei der Toten seien Agenten der radikalislamischen Hamas gewesen, die den Gazastreifen kontrolliert.

Insgesamt versammelten sich entlang der 65 Kilometer langen Grenze Zehntausende Palästinenser und forderten ein Recht auf Rückkehr in jene Dörfer und Städte, aus denen ihre Familien bei der Gründung Israels 1948 flüchteten oder vertrieben wurden. Die israelische Armee schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 30.000. Die Protestaktion, die noch sechs Wochen andauern soll, fiel mit dem Karfreitag und dem Beginn des jüdischen Pessachfestes zusammen.

Zunächst versammelten sich wenige Hundert Meter vom Grenzzaun entfernt Familien mit Kindern. Provisorisch wurden Fußballfelder in den Sand gezeichnet, und Musikgruppen spielten. Später ignorierten Hunderte junge Palästinenser den Appell von Organisatoren und der israelischen Armee, sich von der Grenze fernzuhalten. Nach Militärangaben griffen einige von ihnen die Anlagen mit brennenden Reifen an und bewarfen Soldaten mit Steinen.

Dem Gesundheitsministeriums in Gaza zufolge wurden mindestens zwei Menschen durch Feuer aus Panzern getötet. Nach israelischen Angaben handelte es sich dabei um Extremisten, die auf Soldaten jenseits des Grenzzaunes geschossen hatten.

Die palästinensischen Behörden erklärten weiter, einer der insgesamt zwölf Getöteten sei 16 Jahre alt gewesen. Mehr als 400 Menschen seien durch scharfe Munition verletzt worden.

ISRAEL ENTSENDET MEHR ALS 100 SCHARFSCHÜTZEN

Die israelische Armee warf der Hamas dagegen Zynismus vor. Die Gruppe schicke Frauen und Kinder an die Grenze und gefährde deren Leben. Die Streitkräfte setzten in dem Gebiet nach eigenen Angaben mehr als 100 Scharfschützen ein und hob Erdwälle aus, um Grenzdurchbrüche zu verhindern. Kommandeur Ejal Samir sagte, es habe unter dem Deckmantel der Unruhen Versuche gegeben, “Terrorangriffe” zu starten.

Die Hamas, die für die Zerstörung Israels eintritt, hatte zu friedlichen Protesten aufgerufen. Kleinere Aktionen gab es auch im besetzten Westjordanland, wo etwa 65 Palästinenser verletzt wurden. Aus dem Gazastreifen hatte sich Israel im Jahr 2005 zurückgezogen.

Die israelische Regierung lehnt ein Rückkehrrecht für Palästinenser ab. Sie fürchtet, dass die jüdische Bevölkerungsmehrheit ansonsten zur Minderheit werden könnte. Die Flüchtlinge sollen stattdessen Bürger eines Staates werden, den die Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen errichten wollen. Die Gespräche darüber liegen seit 2014 auf Eis.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below