March 31, 2018 / 3:10 PM / 6 months ago

UN-Generalsekretär - Lage in Nahost darf nicht eskalieren

New York/Berlin/Gaza-Stadt (Reuters) - Nach den gewaltsamen Zusammenstößen von Palästinensern und israelischem Militär fordern die Vereinten Nationen eine unabhängige und transparente Untersuchung.

Palestinians take cover from Israeli snipers during clashes at the Gaza-Israel border at a protest demanding the right to return to their homeland, in the southern Gaza Strip March 31, 2018. REUTERS/Ibraheem Abu Mustafa

Die Bundesregierung rief beide Seiten am Wochenende zur Besonnenheit auf. Bei den schärfsten Protesten seit Jahren an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel wurden am Freitag nach palästinensischen Angaben mindestens 15 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Am Samstag gab es neue Proteste. Im Süden des Gazastreifens zielte das israelische Militär Einwohnern zufolge mit Warnschüssen auf eine Gruppe junger Menschen, die zum Teil Reifen angezündet hätten. Rettungskräfte sprachen von 13 Verletzten.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte einem Sprecher zufolge, auf Handlungen zu verzichten, die zu weiteren Opfern führen könnten. Es müsse aufgeklärt werden, wie Menschen getötet beziehungsweise verletzt worden seien.

Ähnlich äußerte sich die Bundesregierung: Es müsse alles unterlassen werden, was eine weitere Eskalation hervorrufe und erneut Menschen gefährde, teilte das Auswärtige Amt mit. “Die Ausübung des Rechts auf Meinungsäußerung und friedlichen Protest darf nicht missbraucht werden, um die legitimen Sicherheitsinteressen Israels an der Grenze zu den palästinensischen Gebieten zu verletzen. Die Verteidigung dieser legitimen Interessen muss gleichwohl verhältnismäßig erfolgen.” Die Gewalt zeige erneut, wie nötig Verhandlungen beider Seiten seien, ergänzte das deutsche Außenministerium. “Nur so kann eine Lösung gefunden werden, die allen Menschen zwischen Mittelmeer und Jordan ein Leben in Würde und Selbstbestimmung erlaubt.”

PROTESTE SOLLEN NOCH BIS MITTE MAI FORTGESETZT WERDEN

Israelische Sicherheitskräfte hatten am Freitag nach Darstellung der Rettungssanitäter in Gaza neben Tränengas und Gummigeschossen auch scharfe Munition eingesetzt. Insgesamt versammelten sich entlang der 65 Kilometer langen Grenze Zehntausende Palästinenser und forderten ein Recht auf Rückkehr in jene Dörfer und Städte, aus denen ihre Familien bei der Gründung Israels 1948 geflüchtet oder vertrieben worden waren. Die israelische Armee schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 30.000. Die Protestaktion, die noch sechs Wochen andauern soll, fiel mit dem Karfreitag und dem Beginn des jüdischen Pessachfestes zusammen.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas erklärte den Samstag zum Tag der Trauer. Tausende Menschen versammelten sich im Gazastreifen, um die Toten zu Grabe zu tragen.

Das israelische Militär verwies darauf, dass einige Demonstranten das Feuer eröffnet, Reifen in Brand gesteckt und Steine geworfen hätten. Ein Sprecher sagte, sollte die Gewalt sich fortsetzen, wovon auszugehen sei, habe Israel keine andere Wahl, als innerhalb des Gazastreifens vorzugehen. Israel schließt die Rückkehr von palästinensischen Flüchtlingen aus. Sie sollten sich im Gazastreifen oder dem Westjordanland niederlassen. Die Friedensverhandlungen in der Region liegen seit 2014 auf Eis.

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