February 6, 2020 / 8:00 AM / 4 months ago

Neue Gewalt in Nahost - Zwei Palästinenser getötet

SENSITIVE MATERIAL. THIS IMAGE MAY OFFEND OR DISTURB Mourners carry the body of Palestinian Yazan Abu Tabekh, who was killed during an Israeli raid, during his funeral in Jenin in the Israeli-occupied West Bank February 6, 2020. REUTERS/Mohamad Torokman

Jerusalem/Ramallah (Reuters) - Bei neuen Gewaltausbrüchen im Nahen Osten sind am Donnerstag mindestens zwei Palästinenser getötet und 15 Israelis verletzt worden.

In der Stadt Dschenin im besetzten Westjordanland wurde ein 19-jähriger Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen. In Jerusalem raste ein Autofahrer in eine Menschenmenge und verletzte nach Angaben von Medizinern 14 Menschen. Ein Polizeisprecher sagte, der Vorfall werde als Terroranschlag eingestuft. Der Täter sei auf der Flucht. Kurz nach dem Vorfall habe ein Mann am Eingang zur Altstadt von Jerusalem einen Grenzschützer angeschossen und leicht verletzt. Die Polizei eröffnete demnach das Feuer und erschoss den Angreifer.

Zu den Hintergründen des Vorfalls in Dschenin gab es unterschiedliche Darstellungen. Palästinensern zufolge hatte der Getötete Steine auf die Soldaten geschleudert. Laut dem israelischen Militär soll dagegen eine Gruppe von Palästinensern Sprengsätze auf die Soldaten geworfen und auf sie geschossen haben. Ausgelöst worden sei die Gewalt, als Soldaten in Dschenin anrückten, um das Haus eines Palästinensers zu zerstören. Dieser soll in die Tötung eines Siedlers 2018 verwickelt gewesen sein.

Am Donnerstag starb in Dschenin ein weiterer Palästinenser bei einem Schusswechsel an einer Polizeiwache. Den Palästinenser-Behörden zufolge war der Getötete Polizist. Aus Israel gab es zunächst keine Stellungnahme dazu. Es blieb unklar, ob ein Zusammenhang zu den anderen Fällen bestand.

Bei dem Vorfall in Ost-Jerusalem wurden Medizinern zufolge ein Soldat schwer und ein weiterer mittelschwer verletzt. Die übrigen zwölf Opfer hätten leichte Verletzungen davongetragen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte über den flüchtigen Täter, es werde nicht lange dauern, bis er gefasst sei. “Der Terrorismus wird uns nicht besiegen, wir werden siegen”, erklärte Netanjahu.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte die Gewalt im Nahen Osten wieder zugenommen. Palästinenser laufen Sturm gegen den jüngst von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Nahost-Friedensplan. Trumps Initiative kommt Netanjahu mit einer Reihe von Zusicherungen entgegen, die Israel seit Jahrzehnten fordert.

Reporter: Maayan Lubell, Ali Sawafta sowie Dan Williams und Dedi Hayun in Jerusalem und Nidal al-Mughrabi in Gaza; geschrieben von Elke Ahlswede; redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1236 oder 030-2888 5168

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