March 26, 2018 / 9:04 AM / in a month

Israels Ministerpräsident erneut in Korruptionsaffäre befragt

Jerusalem (Reuters) - In der Korruptionsaffäre um die Telekommunikationsfirma Bezeq hat die israelische Polizei Medienberichten zufolge am Montag Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erneut befragt.

Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu attends the weekly cabinet meeting at the Prime Minister's office in Jerusalem, March 25, 2018. Abir Sultan/Pool via Reuters

Auf Filmaufnahmen war zu sehen, wie ein Polizeifahrzeug auf das Gelände des Amtssitzes des Ministerpräsidenten in Jerusalem fuhr. Medien berichteten, Netanjahus Ehefrau und sein Sohn sollten getrennt zu ihrem Verhältnis zum Bezeq-Eigner und seiner Frau vernommen werden. Weder die Polizei noch der Anwalt von Netanjahus Familie wollten sich dazu äußern. Es war bereits das zweite Mal, dass Netanjahu dazu vernommen wurde. Der Regierungschef, der alle Vorwürfe zurückweist und sich als Opfer einer Hexenjagd sieht, ist in insgesamt drei Korruptionsfälle verwickelt, die seine politische Zukunft belasten.

Netanjahu steht im Verdacht, Bezeq regelmäßig Gefälligkeiten erwiesen zu haben. Im Gegenzug soll die größte Telekommunikationsfirma des Landes für eine positive Berichterstattung auf einer Nachrichtenseite gesorgt haben, die der Bezeq-Eigner kontrolliert. Zwei frühere Netanjahu-Vertraute haben sich als Kronzeugen zur Verfügung gestellt: der einstige Generaldirektor im Kommunikationsministerium, Schlomo Filber, und Netanjahus ehemaliger Sprecher Nir Hefetz.

In den beiden anderen Korruptionsfällen hat die Polizei bereits empfohlen, Anklage gegen Netanjahu wegen Bestechung zu erheben. Es geht um Geschenke von Geschäftsleuten in Höhe von 300.000 Dollar sowie um versuchte Absprachen mit einem Medienunternehmen über positive Berichterstattung im Gegenzug für Wettbewerbsvorteile. Die Entscheidung, ob Netanjahu angeklagt wird, obliegt der Staatsanwaltschaft. Wann sie gefällt wird, ist offen. Bislang genießt Netanjahu die Unterstützung seiner Koalitionspartner, die die nächsten Schritt der Staatsanwaltschaft abwarten wollen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below