November 13, 2019 / 11:38 AM / a month ago

Raketen aus Gazastreifen auf Israel - Militär tötet neun Palästinenser

Palestinians inspect a house destroyed in an Israeli air strike in the southern Gaza Strip November 13, 2019. REUTERS/Ibraheem Abu Mustafa

Jerusalem/Gaza (Reuters) - Militante Palästinenser haben am Mittwoch den zweiten Tag in Folge vom Gazastreifen aus Raketen auf Israel abgefeuert.

Auch die israelische Luftwaffe attackierte erneut Stellungen der Extremistengruppe Islamischer Dschihad in dem abgeriegelten Palästinensergebiet am Mittelmeer. Nach Angaben von Ärzten wurden neun Palästinenser getötet. Die schwersten gegenseitigen Angriffe seit Monaten hatten am Dienstag begonnen, als Israel Abu al-Atta, einen Befehlshaber des Islamischen Dschihads im Gazastreifen, tötete. Die Extremisten feuerten daraufhin rund 200 Raketen auf mehrere israelische Städte ab. Am Mittwoch setzten sie im Morgengrauen den Beschuss fort. Auch die Luftwaffe griff wieder Stellungen des Islamischen Dschihads an.

In israelischen Grenzorten schrillten am frühen Morgen die Sirenen. Viele Menschen suchten Schutz. Über mögliche Opfer gab es keine Berichte. Das israelische Militär positionierte gepanzerte Fahrzeuge an der Grenze zum Gazastreifen. Ein Vormarsch auf das Palästinensergebiet war zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber offenbar nicht geplant. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, nach der Ausschaltung Attas sei keine Ausweitung des Einsatzes vorgesehen.

Das Militär teilte mit, es habe acht Palästinenser getötet. Mindestens drei Raketenwerfereinheiten seien außer Gefecht gesetzt worden. Der Islamische Dschihad, der vom Iran unterstützt wird, teilte mit, zwei seiner Kämpfer seien bei israelischen Angriffen südlich von Gaza-Stadt getötet worden. Palästinensische Mediziner berichteten, die Leichen von sechs Menschen seien in Gaza-Stadt ins Krankenhaus gebracht worden. Es handele sich bei ihnen um Zivilisten. Seit Ausbruch der jüngsten Gewalt wurden insgesamt 19 Palästinenser getötet.

Diplomaten bemühten sich um Deeskalation. Ein Vertreter des Islamischen Dschihads sagte Reuters, die Gruppe werde trotzdem Vergeltung für Attas Tod üben. “Der Feind wird den Preis für seine Dummheit zahlen, und wir sind entschlossen, dieser Aggression mit aller Macht entgegentreten.”

Es gab allerdings keine Anzeichen dafür, dass die radikal-islamische Hamas, die als deutlich größere Organisation im Gazastreifen herrscht, sich in den Konflikt hineinziehen lässt. Die Hamas und Israel haben in den vergangenen fünf Jahren ein Ausufern des Konflikts vermieden. Beide haben zwischen 2008 und 2014 drei Kriege gegeneinander geführt. Israel hat den Gazastreifen im Krieg 1967 eingenommen. 2005 zog das Militär ab, jüdische Siedlungen wurden aufgegeben. Seit 2007 kontrolliert die Hamas das dicht besiedelte Küstengebiet.

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