May 16, 2018 / 6:20 AM / 5 months ago

Lage an der israelischen Grenze zum Gazastreifen ruhiger

Gaza/New York (Reuters) - Nach der schweren Gewalt an der Grenze Israels zum Gazastreifen hat sich die Lage dort am Dienstag beruhigt.

The sun sets over the Gaza Strip, as seen from the Israeli side of the border May 15, 2018. REUTERS/Amir Cohen

Bis zum späten Abend wurden mindestens zwei Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen, nachdem am Vortag 60 Menschen getötet worden waren. Auf diplomatischer Ebene hallte die Gewalt allerdings nach: Die Türkei wies den israelischen Botschafter aus, Israel den türkischen Generalkonsul in Jerusalem. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas beorderte seinerseits den PLO-Vertreter aus Washington zurück. Deutschland, Großbritannien und der Menschenrechtsbeauftragte der Vereinten Nationen sprachen sich dafür aus, die Hintergründe der Gewalt durch die UN untersuchen zu lassen.

Die Palästinenser begingen am Dienstag den “Tag der Katastrophe”, mit dem sie an ihre Vertreibung im Zuge der Staatsgründung Israels 1948 erinnern. Die meisten Demonstranten blieben allerdings in Zeltlagern. Trauernde zogen durch den Gazastreifen mit palästinensischen Flaggen und forderten Rache. “Mit Seele und Blut erlösen wir euch Märtyrer”, riefen die Trauernden bei der Beisetzung von zwei Palästinensern in Chan Junis im Süden des Gazastreifens. Viele Geschäfte in Ost-Jerusalem blieben geschlossen, im Westjordanland heulten Sirenen 70 Sekunden lang.

Das israelische Militär erklärte, mindestens 24 der am Montag Getöteten seien “Terroristen mit einem belegten terroristischen Hintergrund” gewesen. Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates sprach die US-Botschafterin Nikki Haley von israelischer Zurückhaltung während der Ausschreitungen am Montag. “Kein Land in diesem Rat würde mit größerer Zurückhaltung handeln als Israel es getan hat”, sagte sie. Zahlreiche Staaten, darunter Deutschland, hatten zur Mäßigung aufgerufen. Auf Kritik stieß der Einsatz scharfer Munition durch die israelischen Sicherheitskräfte.

Die Stimmung an der Grenze war durch die umstrittene Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem am 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels angeheizt worden. Im Gazastreifen leben mehr als zwei Millionen Menschen. Das Gebiet ist mit 360 Quadratkilometern nur wenig größer als Bremen. Die seit dem 30. März andauernden Proteste der Palästinenser stehen unter dem Motto “Der große Marsch der Rückkehr”. Die Gebiete, aus denen sie vertrieben wurden, liegen inzwischen in Israel.

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