December 25, 2017 / 2:20 PM / a month ago

Papst mahnt zu Weihnachten Zwei-Staaten-Lösung in Nahost an

Vatikan-Stadt/Jerusalem (Reuters) - Papst Franziskus hat sich ein seiner Weihnachtsbotschaft für eine Zweistaaten-Lösung in Nahost ausgesprochen.

Es müsse endlich eine Verhandlungslösung gefunden werden, die eine friedliche Koexistenz zweier Staaten ermögliche, mahnte das Kirchenoberhaupt am Montag vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Franziskus äußerte sich vier Tage nachdem die UN-Vollversammlung die USA mehrheitlich dazu aufgefordert hatte, die jüngste Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels zurückzunehmen. Inzwischen kündigte aber auch Guatemala an, seine Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Das lateinamerikanische Land bekam dafür Beifall der israelischen Regierung und harsche Kritik der Palästinenser.

Zwischen den Konfliktparteien möge sich der Wille zum Dialog durchsetzen, sagte Franziskus vom Balkon des Petersdoms weiter. Schließlich litten gerade die Kinder im Nahen Osten unter den wachsenden Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern. Nachdem US-Präsident Donald Trump Anfang Dezember mit der jahrzehntelangen Linie der USA gebrochen und Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt hatte, äußerte sich der Papst am Weihnachtsfeiertag zum zweiten Mal öffentlich zu dem Thema. Unmittelbar nach Trumps Entscheidung hatte Franziskus gefordert, dass der Status Quo der Stadt respektiert werden solle.

Israel betrachtet Jerusalem als seine ewige und unteilbare Hauptstadt. Die Palästinenser dagegen streben schon lange einen Staat an und wollen die Hauptstadt in Ost-Jerusalem errichten. Dieser Teil Jerusalems wurde von Israel im Sechs-Tage-Krieg 1967 eingenommen und später annektiert. Der Schritt ist international nicht anerkannt worden. Jerusalem vereint einige der heiligsten Stätten von Juden, Muslimen und Christen. Trump war mit seiner Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt auf heftigen Protest in der arabischen Welt gestoßen. Westliche Verbündete äußerten sich enttäuscht.

Guatemalas Präsident Jimmy Morales hatte nach einem Gespräch mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angekündigt, die Botschaft seines Landes nach Jerusalem zu verlegen. Guatemala gehörte wie auch Honduras zu einer kleinen Zahl von Ländern, die zusammen mit den USA und Israel gegen die jüngste UN-Resolution zur Rücknahme der Anerkennung gestimmten hatten. Zuvor hatte Trump mit dem Entzug von Finanzhilfen an Länder gedroht, die den Vorstoß unterstützen. Der israelische Ministerpräsident dankte Guatemala mit den Worten: “Gott segne Sie, mein Freund, Präsident Jimmy Morales, Gott segne unsere beiden Länder, Israel und Guatemala”.

Die Palästinenser-Regierung übte dagegen scharfe Kritik. Morales ziehe sein Land auf die falsche Seite der Geschichte, zitierte die offizielle palästinensische Nachrichtenagentur Wafa Außenminister Rijad al-Maliki. Er verletze “auf ungeheuerliche Weise internationales Recht”.

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