October 10, 2012 / 3:13 PM / 7 years ago

Nato kommt Deutschland im Kosovo entgegen

German Defence Minister Thomas de Maiziere briefs the media during a NATO defence ministers meeting at the Alliance headquarters in Brussels October 10, 2012. REUTERS/Francois Lenoir (BELGIUM - Tags: POLITICS MILITARY)

Brüssel (Reuters) - Die Nato geht auf Deutschlands Forderungen ein und will die Lasten ihres Militäreinsatzes im Kosovo besser verteilen.

Der Generalsekretär der Allianz, Anders Fogh Rasmussen, kündigte am Mittwoch in Brüssel an, die rund 5700 Kfor-Soldaten stärker in den konfliktreichen Norden umzugruppieren. “Ich denke, wir werden in den kommenden Monaten ein gewisses Ausbalancieren mit einer stärkeren Konzentration auf den Norden erleben”, sagte er zum Abschluss der Beratungen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Die Entscheidungen würden aber von der militärischen Führung des Einsatzes getroffen. Deutschland hatte seine Partner zu einem größeren Engagement in dem Balkanland aufgerufen.

Verteidigungsminister Thomas De Maiziere sagte: “Ich habe unterstrichen, dass wir eine Neujustizierung der Truppenverteilung erwarten, damit wir nicht ständig von der Reserve leben müssen. Das wird jetzt geschehen.” Durch die häufigen Rückgriffe auf die Reserveeinheiten fühlt sich Deutschland zusammen mit Österreich und Italien über Gebühr belastet. Die drei Länder stellen das Reservebataillon mit rund 700 Soldaten. Seit Oktober sind wieder die Bundeswehr und Österreich an der Reihe.

Die Reserveeinheiten schließen nach De Maizieres Worten Lücken, die die kosovarische Polizei und der europäische Polizei-Einsatz Eulex bei der Absicherung des zwischen Serben und Albanern umstrittenen Gebiets lassen. “Das wollen wir verändern”, sagte der CDU-Politiker in Brüssel. “Ich möchte diesbezüglich eine ehrliche Diskussion, ob man generell mehr Soldaten reinbringt oder eine Lösung findet, die ohne mehr Soldaten auskommt.” Letzteres könnte durch eine Umgruppierung von Soldaten aus dem ruhigern Süden gelingen. De Maiziere forderte zudem für den Eulex-Einsatz einen Neustart. “Es muss auch innerhalb der EU darüber gesprochen werden, das Engagement für die Eulex so zu verstärken, dass die Soldaten tun können, wofür sie eigentlich da sind.”

Im Norden des Kosovo sind die politischen Konflikte zuletzt immer wieder in Gewalt umgeschlagen. Das Gebiet grenzt an Serbien, von dem sich der Kosovo in einem langjährigen Krieg getrennt hat. Die Nato hat in dem erst seit 2008 unabhängigen Land bis zu 5700 Soldaten im Einsatz, davon etwa 1300 aus Deutschland. De Maiziere hat den Kosovo-Einsatz auf die Tagesordnung des Nato-Treffens gesetzt, weil dieser in den vergangenen Jahren mehr und mehr von Afghanistan in den Hintergrund gedrängt wurde. Eigentlich wollte das Militärbündnis auch im Kosovo in den kommenden beiden Jahren seine Truppen schrittweise reduzieren. Davon ist derzeit aber keine Rede mehr.

RAHMENPLAN FÜR AFGHANISTAN NACH DEM ABZUG

Für ihren Isaf-Einsatz in Afghanistan verabschiedete die Nato wie im Mai von den Staats- und Regierungschefs beschlossen einen Rahmenplan für die Zeit nach dem Abzug der Kampftruppen ab 2015. Dann sollen die verbleibenden Soldaten sich ganz auf die Ausbildung afghanischer Truppen sowie die Beratung und Unterstützung der neu gegründeten Armee konzentrieren. “Ich erwarte, dass wir einen detaillierteren Entwurf am Anfang des nächsten Jahres und dann die Einzelheiten deutlich vor Ende 2013 vereinbaren werden”, sagte Rasmussen. Trotz der jüngsten Anschläge von Attentätern in der Uniform der afghanischen Sicherheitskräfte auf Nato-Soldaten hält die Allianz an ihrem Konzept fest: “Die Strategie, gemeinsam mit den Afghanen für mehr Sicherheit zu sorgen, bleibt richtig”, betonte De Maiziere. “Unsere Strategie funktioniert, und unser Zeitplan ist unverändert”, erklärte Rasmussen.

Deutschland traf sich am Nachmittag noch mit den Truppenstellern im Norden Afghanistans, für den die Bundeswehr die Verantwortung übernommen hat. Die Bundesregierung wolle dafür sorgen, dass der Abzug der Soldaten bis 2014 “abgestimmt und verantwortungsvoll” geschehe, betonte De Maiziere.

Mit dem Ende ihres mehr als zehnjährigen Kampfeinsatzes am Hindukusch steht die Nato vor einem ihrer größten Einschnitte seit Jahrzehnten. Die USA beriefen für diese Phase einen neuen Isaf-Kommandeur und stellten ihn den Nato-Partnern in Brüssel vor: General Joseph Dunford löst John Allen ab.

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