October 31, 2018 / 12:12 PM / 15 days ago

Von der Leyen - Nato-Großmanöver Signal der Bündnissolidarität

German Defense Minister Ursula von der Leyen delivers her lecture at the National Defense University in Beijing, China, 22 October 2018. How Hwee Young/Pool via REUTERS

Camp Rodsmön (Reuters) - Die Nato sendet mit ihrem Großmanöver in Norwegen nach den Worten von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ein Signal der Stärke und Solidarität.

“Deutschland profitiert seit 70 Jahren von der Beistandsverpflichtung der Nato, und umgekehrt wollen sich unsere Partner und Freunde auch auf uns verlassen. Das stellen wir hier unter Beweis”, sagte die Ministerin am Mittwoch bei einem Besuch des Feldlagers Rodsmön in der Nähe der norwegischen Stadt Rena. Das Camp ist während des Manövers “Trident Juncture” das Basislager der knapp 9000 Soldaten aus neun Nationen, die unter deutscher Führung im kommenden Jahr die schnelle Eingreiftruppe der Nato (VJTF) stellen. Die Militärübung, bei der Deutschland zweitgrößter Truppensteller nach den USA ist, gilt als letzter Stresstest für die VJTF.

“Das ist eine große Herausforderung, aber wir meistern sie”, sagte die Ministerin mit Blick auf die schnelle Eingreiftruppe. Um die Ausrüstung für die Brigade zusammenzubringen, habe sich die Truppe jedoch erneut Material und Personal von anderen Einheiten leihen müssen. “Das sind die Spuren, die 25 Jahre des Sparens und Kürzens und Schrumpfens hinterlassen haben.” 2023, wenn die Bundeswehr die schnelle Eingreiftruppe das nächste Mal übernimmt, solle die dann zuständige Brigade komplett mit ihrer eigenen Ausrüstung in den Einsatz gehen, kündigte von der Leyen an.

“Trident Juncture” ist mit rund 50.000 beteiligten Soldaten das größte Nato-Manöver seit dem Ende des Kalten Krieges. Die Militärallianz hat dafür 10.000 Fahrzeuge, 250 Flugzeuge und Hubschrauber sowie 65 Schiffe zusammengezogen. Versorgt werden die Soldaten aus allen 29 Nato-Staaten und den Partnerländern Schweden und Finnland mit 1,8 Millionen Mahlzeiten und 4,6 Millionen Flaschen Wasser. Geübt wird vor allem die schnelle Verlegung von Truppen im Krisenfall sowie das Zusammenspiel von Heer, Luftwaffe und Marine. Die Nato reagiert damit auf die verschlechterte Sicherheitslage seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014. Russland ist bei der Übung mit Beobachtern vertreten.

Als Teil des Großmanövers sind 10.000 deutsche Soldaten im Einsatz, 8000 von ihnen direkt in Norwegen. Die Bundeswehr steuert zudem 4000 Fahrzeuge bei, darunter 30 Leopard-Kampfpanzer, 28 Schützenpanzer des Typs Marder und rund 170 Radpanzer sowie jeweils vier Tornado- und Eurofighter-Kampfjets. Der deutsche Anteil ist auch deshalb so groß, weil die Bundeswehr im kommenden Jahr Rahmennation für die schnelle Eingreiftruppe der Nato ist, die sogenannte VJTF, die im Falle einer Krise binnen einer Woche abmarschbereit sein muss. Die größten Partner der Deutschen in der VJTF, die etwa die Stärke einer Brigade hat, sind Norwegen und die Niederlande. Zusammen mit zwei weiteren Brigaden, die binnen 30 und 45 Tagen verlegt werden können, bildet die VJTF die Eingreiftruppe der Militärallianz, die Nato Response Force (NRF).

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