July 23, 2020 / 9:03 AM / 12 days ago

Münchener Rück befürchtet heftige Hurrikan-Saison im Herbst

The logo of reinsurance company Munich Re Group is seen next to the entrance of their headquarters as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in Munich, Germany, April 4, 2020. REUTERS/Andreas Gebert

München (Reuters) - In Nordamerika droht im Herbst nach Befürchtungen der Münchener Rück eine heftige Hurrikan- und Waldbrand-Saison.

Grund dafür sei das Klimaphänomen “El Nina”, in dem sich tropische Wirbelstürme über warmen Wasseroberflächen besser als sonst entwickeln können, schreiben die Experten des weltgrößten Rückversicherers in dem am Donnerstag veröffentlichten Naturkatastrophen-Bericht. Ein ungewöhnlich trockener Frühherbst könne unter diesen Bedingungen auch Waldbrände in Kalifornien anfachen. “Natürlich können wir bei solchen Annahmen nur über Wahrscheinlichkeiten sprechen”, erklärte Mark Bove von der US-Tochter der Münchener Rück. Gerade in der Corona-Pandemie müsse man sich aber vorbereiten, um die Betroffenen zu schützen.

Schon beim teuersten Wirbelsturm im ersten Halbjahr hatte die Pandemie die Evakuierungen von Millionen Menschen in Indien und Bangladesch erschwert, weil wegen der Abstandsregeln weniger Menschen in die Schutzgebäude durften. Der Super-Zyklon “Amphan” verursachte Schäden von 11,5 Milliarden Dollar, von denen - wie in diesen Regionen üblich - aber nur ein Bruchteil durch Versicherungen gedeckt waren. 135 Menschen verloren ihr Leben. Auch für die Folgen der Überschwemmungen von Flüssen, die China im Monsun im Juni heimsuchten und rund sieben Milliarden Dollar Schaden verursachten, mussten die Versicherer kaum einstehen.

Die gesamten Schäden aus Naturkatastrophen lagen im ersten Halbjahr nach Daten der Münchener Rück mit rund 68 Milliarden Dollar knapp unter dem Vorjahresniveau (69 Milliarden Dollar) und unter dem 30-jährigen Durchschnitt (74 Milliarden). 2900 (Vorjahr: 4600) Menschen kamen dabei um.

Weil Nordamerika von den Katastrophen überdurchschnittlich betroffen war, wurde es für die Versicherer mit 27 Milliarden Dollar teurer als 2019 (20 Milliarden). Dort entstanden zwar nur 47 Prozent der Gesamtschäden, aber 82 Prozent der versicherten Schäden. Am stärksten schlug dabei ein Tornado zu Buche, der im April über den US-Bundesstaat Mississippi hinwegzog. Von rund 3,4 Milliarden Dollar Schaden gingen 2,6 Milliarden auf Kosten der Assekuranz. In Europa war der Winter-Orkan “Sabine” (außerhalb Deutschlands “Ciara”) im Februar mit einem versicherten Schaden von rund 1,2 Milliarden Dollar das teuerste Naturereignis.

Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek erklärte, mit einer solideren Bauweise von Häusern in den USA ließen sich viele Schäden verhindern oder abmildern. “Das ist umso bedeutsamer, da der Klimawandel langfristig wahrscheinlich das Schwergewitter-Risiko in Nordamerika erhöht.”

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