October 5, 2008 / 2:56 PM / 11 years ago

Niederländische Fortis soll zunächst ABN Amro integrieren

Amsterdam/Brüssel (Reuters) - Der weitgehend verstaatlichte Fortis-Konzern soll nach Angaben des niederländischen Notenbankchefs in naher Zukunft nicht wieder privatisiert werden.

Die niederländische Fortis-Sparte müsse zunächst die Integration des vor einem Jahr übernommenen Rivalen ABN Amro abschließen, bevor sie privatisiert werden könne, sagte Nout Wellink am Sonntag. Wann die Integration abgeschlossen sei, hänge auch von der Dauer der Finanzkrise ab, erklärte Wellink. Unterdessen sprachen die belgische und die luxemburgische Regierung mit Interessenten über die Zukunft der Fortis-Geschäfte in ihren Ländern.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gab vorläufig grünes Licht für die niederländische Verstaatlichung der heimischen Banken- und Versicherungsgeschäfte von Fortis. Jedoch seien noch weitere Gespräche nötig und die Niederlande müssten ein unabhängiges Management bei Fortis einsetzen, erklärte Kroes. Durch die am Freitag bekanntgegebene 16,8 Milliarden Euro teure Übernahme wird der Mehrländer-Konzern teilweise wieder nach Ländergrenzen aufgespaltet. Fünf Tage zuvor hatten Belgien, die Niederlande und Luxemburg für 11,2 Milliarden Euro die Hälfte des Fortis-Bankgeschäfts übernommen und den Verkauf der Anteile an ABN Amro angekündigt. Fortis hatte seinen Rivalen im vergangenen Jahr in einem Konsortium mit der Royal Bank of Scotland und der spanischen Banco Santander gekauft und sich damit übernommen.

Belgien und Luxemburg wollen die Fortis-Geschäfte beider Länder nach Angaben des belgischen Ministerpräsidenten Yves Leterme weiter gemeinsam betreiben. Die belgische Regierung ist derzeit auch Hauptaktionär beim Luxemburger Fortis-Zweig. Die Länder sprächen mit mehreren Interessenten über die Zukunft der angeschlagenen Finanzgruppe, sagte Leterme. Jedoch gebe es auch andere Möglichkeiten als einen Verkauf an private Partner, sagte der Ministerpräsident. Bis zum Börsenauftakt am Montag kündigte Leterme “ein starkes Zeichen an die Märkte” an. Nach früheren Angaben der luxemburgischen Regierung ist die französische Bank BNP Paribas als Käufer der Fortis-Geschäfte im Großherzogtum im Gespräch.

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