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Weltnachrichten

Friedensnobelpreis für Welternährungsprogramm

FILE PHOTO: Food rations provided by the World Food Programme (WFP) are pictured in the foreground as Muslims seeking shelter at a monastery listen to a speech by Religious Affairs Minister San Sint at Lashio township May 31, 2013. REUTERS/Soe Zeya Tun/File Photo

Oslo (Reuters) - Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen.

Es wird ausgezeichnet für seinen Kampf gegen den Hunger in der Welt. Die UN-Organisation trage mit ihrer Arbeit dazu bei, die Voraussetzungen für Frieden in den Konfliktregionen zu verbessern, begründete das norwegische Nobel-Komitee am Freitag in Oslo seine Entscheidung. “Die Notwendigkeit internationaler Solidarität und multilateraler Zusammenarbeit ist augenfälliger denn je”, sagte die Vorsitzende Berit Reiss-Andersen. Ein Sprecher des in Rom ansässigen Welternährungsprogramms sagte, dies sei ein “stolzer Moment”. Der Friedensnobelpreis ist mit rund 1,1 Millionen Dollar dotiert und wird am 10. Dezember in Oslo verliehen - am Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Reiss-Andersen sagte vor Journalisten, der Kampf gegen den Hunger in der Welt sei insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie erforderlich. Diese habe zu einem starken Anstieg der Zahl der Hungeropfer beigetragen. Schätzungen des WFP zufolge litten innerhalb eines Jahres 265 Millionen Menschen Hunger. “Dies ist natürlich auch ein Aufruf an die internationale Gemeinschaft, das Welternährungsprogramm nicht unterzufinanzieren.” Hunger zu verhindern, trage dazu bei, Stabilität und Frieden in der Welt zu schaffen.

Das Welternährungsprogramm unterstützt nach eigenen Angaben jedes Jahr rund 97 Millionen Menschen in etwa 88 Ländern. Weltweit habe einer von neun Menschen nicht genug zu essen. WFP-Sprecher Tomson Phiri sagte in Genf, die Nominierung für den Preis allein habe schon ausgereicht. “Aber dann zum Friedensnobelpreisträger ernannt zu werden, ist nichts weniger als eine Leistung.” Er verwies auf die Arbeit der Organisation bei der Bereitstellung von Lebensmitteln während der Coronavirus-Pandemie, als die Fluggesellschaften ihren Betrieb eingestellt hatten. Dies sei über die Pflichterfüllung hinausgegangen.

Die Bundesregierung gratulierte dem Welternährungsprogramm. Die Corona-Pandemie habe das millionenfache Problem von Hunger und Mangelernährung zuletzt noch verschärft, sagte eine Sprecherin. Bundesaußenminister Heiko Maas twitterte, der Preis sei hochverdient. “Das Welternährungsprogramm steht für die Verantwortung der Weltgemeinschaft für jedes einzelne Menschenleben.” Der unermüdliche Einsatz rette jeden Tag Millionen Menschen. Deutschland ist laut Maas weltweit der zweitgrößte Geldgeber für das Programm.

318 KANDIDATEN NOMINIERT

In diesem Jahr waren 318 Kandidaten für den Preis nominiert - 211 Personen und 107 Organisationen. Das ist die vierthöchste Zahl in der Geschichte des Preises, der 1901 erstmals verliehen wurde, und zwar an den Gründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant. Deutsche Preisträger sind Reichsaußenminister Gustav Stresemann (1926), der Vorsitzende der Deutschen Friedensgesellschaft Ludwig Quidde (1927), der Journalist und Pazifist Carl von Ossietzky (1935) und Bundeskanzler Willy Brandt (1971). 1952 erhielt der deutsch-französische Arzt und Pazifist Albert Schweitzer den Friedensnobelpreis.

Wer auf der Kandidatenliste steht, wird erst 50 Jahre nach der Verleihung offiziell mitgeteilt. Bekannt ist jedoch, dass diesmal unter anderem US-Präsident Donald Trump, die Klimaaktivistin Gret Thunberg sowie die Klimaschutzbewegung Fridays for Future nominiert waren. Vorschläge dürfen frühere Preisträger, Politiker und Akademiker unterbreiten.

Im vergangenen Jahr hatte der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed den Friedensnobelpreis für seine Politik der Versöhnung mit dem Nachbarland Eritrea erhalten. Unter Ahmeds Führung hatten sich die beiden Staaten am Horn von Afrika wieder angenähert, nachdem sie vor Jahrzehnten einen blutigen Grenzkrieg (1998 bis 2000) ausgefochten hatten.

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