January 10, 2018 / 6:03 AM / in 9 months

Südkoreas Präsident zu Korea-Gipfeltreffen bereit

Seoul (Reuters) - Nach den Gesprächen zwischen Vertretern den beiden koreanischen Staaten hat sich Südkoreas Präsident Moon Jae In offen gezeigt für ein Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un.

South Korean President Moon Jae-in answers reporters' question during his New Year news conference at the Presidential Blue House in Seoul, South Korea, January 10, 2018. REUTERS/Kim Hong-Ji - RC1979292290

Wenn die Bedingungen dafür stimmten und ein Ergebnis garantiert sei, sei er jederzeit zu einem Gespräch bereit, sagte Moon am Mittwoch in Seoul. Ziel sei es, Nordkorea zu Gesprächen über die Beseitigung seiner Atomwaffen zu bewegen. Nordkorea lehnt dies ab und verweist darauf, dass die Atomwaffen nur auf die USA und nicht auf Südkorea, China oder Russland gerichtet seien. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Koreas könne zum gegenseitigen Nutzen ausgebaut werden, wenn externe Kräfte herausgehalten würden, schrieb die nordkoreanische Zeitung “Rodong Sinmun”. Die “Arbeiterzeitung” ist das zentrale Medium der herrschenden Partei der Arbeit.

MOON: KEINE DIFFERENZEN MIT DEN USA

In den USA waren Bedenken laut geworden, das Nordkorea mit dem Gesprächsangebot einen Keil zwischen Südkorea und seinem Verbündeten USA treiben will. Moon machte daher deutlich, dass es keine Differenzen mit den USA in der Frage gebe, wie auf die Bedrohungen Nordkoreas zu reagieren sei. Zugleich hob er hervor, dass die jüngste Annäherung der beiden koreanischen Staaten auch auf die Politik von US-Präsident Donald Trump zurückzuführen sei, dem dafür große Anerkennung gebühre.

Die verfeindeten koreanischen Staaten hatten am Dienstag erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder miteinander verhandelt. Südkorea hatte ein besonderes Interesse daran, dass die im Februar anstehenden Olympischen Winterspiele in Pyeongchang friedlich und störungsfrei verlaufen. Es bot daher an, dass Nordkorea eine Delegation zu den Spielen entsendet. Dem stimmte Nordkorea zu. Außerdem vereinbarten beide Seiten, dass es wieder Kontakte zwischen den Militärs beider Seiten geben solle, um gefährliche Zwischenfälle auszuschließen. Dazu soll auch eine direkte Telefonverbindung wiederhergestellt werden. Außerdem ist wie bereits früher die Zusammenführung von Familien geplant, die seit dem Ende des Koreakrieges 1953 getrennt sind.

USA UND EU BEGRÜSSEN DAS INNERKOREANISCHE TREFFEN

Die ersten formellen Verhandlungen zwischen den koreanischen Staaten seit Dezember 2015 wurden wegen des Atomkonfliktes mit der Regierung in Pjöngjang aufmerksam verfolgt. Das Treffen fand im Grenzort Panmunjom statt, wo 1953 das Ende des Koreakrieges mit einem Waffenstillstandsabkommen besiegelt wurde.

Die USA, die zunächst auf die Pläne für innerkoreanische Gespräche zurückhaltend reagiert hatten, begrüßten diese am Dienstag. Trump hatte sie im Vorfeld als “gute Sache” bezeichnet und erklärt, er würde auch mit Kim sprechen. Das Außenministerium äußerte die Bereitschaft, an Verhandlungen über eine atomare Abrüstung Nordkoreas teilzunehmen.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärte, der Dialog sei ein ermutigendes Signal und ein Schritt zur Verbesserung der Beziehungen beider Länder. Die EU begrüße die geplanten Militärgespräche sowie die Ankündigung, dass Nordkorea eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen schicken wolle. Die EU hoffe und arbeite weiter darauf hin, dass sich Nordkorea auf Gespräche über eine vollständige atomare Abrüstung der Region einlasse.

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