May 25, 2018 / 9:49 AM / 5 months ago

China und Südkorea fordern neuen Anlauf zu US-Nordkorea-Gipfel

- von Josh Smith und Christine Kim

FILE PHOTO: U.S. Joint Chiefs Chairman Gen. Joseph Dunford and Chief of the General Staff of the Chinese People's Liberation Army Gen. Fang Fenghui shake hands after signing an agreement to strengthen communication between the two militaries amid tensions concerning North Korea at the Bayi Building in Beijing, China August 15, 2017. REUTERS/Mark Schiefelbein/Pool/File Photo

Seoul/Peking (Reuters) - China und Südkorea haben nach dem geplatzten Atomgipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un einen neuen Anlauf gefordert.

Man hoffe, dass sich beide Seiten in der Mitte träfen und geduldig seien, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking am Freitag. Südkoreas Präsident Moon Jae In sprach sich für ein direktes Treffen zwischen Trump und Kim aus und zeigte sich “verwundert” über die Absage. Trump hatte am Donnerstag das Treffen gekippt, das am 12. Juni in Singapur stattfinden sollte. Er ließ allerdings ausdrücklich die Möglichkeit späterer Gespräche offen. Dies beruhigte die Aktienmärkte in Asien und Europa.

Auch ein Sprecher des Außenministeriums in Peking verwies auf Trumps Ankündigung, grundsätzlich weiter zu einem Treffen mit Kim bereit zu sein. Beide Seiten müssten guten Willen demonstrieren und sich die jüngsten Fortschritte bewusstmachen. Das Außenministerium in Seoul erklärte seinerseits, Ministerin Kang Kyung Wha habe mit ihrem US-Kollegen Mike Pompeo telefoniert. Es sei vereinbart worden, weiter auf die richtigen Bedingungen für Gespräche hinzuarbeiten. Deutschland rief Nordkorea auf, die Voraussetzungen zu schaffen, “dass der in Ansätzen geknüpfte Dialogfaden wiederaufgenommen werden kann”. Es sei Nordkorea, das durch die völkerrechtswidrige Entwicklung von Atomwaffen und Raketen die Spannungen auf der Halbinsel verursache, sagte eine Regierungssprecherin.

NORDKOREA: HATTEN AUF “TRUMP-TYPISCHE LÖSUNG” GEHOFFT

Trump hatte Kim in einem Brief vorgeworfen, zuletzt offen feindselig gewesen zu sein. Daher sei ein Treffen derzeit nicht angemessen. Allerdings könne Kim ihn jederzeit anrufen oder ihm schreiben, erklärte der US-Präsident weiter. Auch Nordkorea zeigte sich am Freitag grundsätzlich weiter gesprächsbereit. “Wir sagen den USA nochmals, dass wir offen sind zur Lösung von Problemen zu jeder Zeit und in jeder Form”, erklärte Vize-Außenminister Kim Kye Gwan. Von der Absage sei man überrascht worden. “Wir hatten gehofft, dass ‘eine Trump-typische Lösung’ ein weiser Weg sein würde, um die Sorgen beider Seiten abzumildern” und Probleme sachlich zu lösen.

Trump zeigte sich am Freitag erfreut über die Reaktion Nordkoreas. “Die herzliche und konstruktive Erklärung Nordkoreas ist eine sehr gute Nachricht”, schrieb er auf Twitter. “Wir werden bald sehen, wo sie uns hinführt, hoffentlich zu anhaltendem Wohlstand und Frieden.”

Die Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten sorgte zunächst für Zuversicht an den Aktienmärkten. “Die Absage scheint sich als ‘diplomatisches Vorspiel’ herauszustellen, und die Hoffnung auf eine Beruhigung dieser politischen Wogen steigt wieder”, sagte ein Händler. Einige Experten hatten sich besorgt gezeigt, dass die Absage zu neuen Spannungen führen könnte, etwa durch einen neuen Raketentest oder Cyberangriffe Nordkoreas oder auf US-Seite durch neue Sanktionen oder eine Verlegung von weiteren Truppen in die Region.

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