February 11, 2018 / 10:34 AM / 8 months ago

Kim lädt Südkoreas Präsidenten nach Pjöngjang ein

- von Hyonhee Shin und Soyoung Kim

Pyeongchang 2018 Winter Olympics – Opening ceremony – Pyeongchang Olympic Stadium - Pyeongchang, South Korea – February 9, 2018 - President of South Korea Moon Jae-in, his wife Kim Jung-Sook, Elke Buedenbender, the wife of German president Frank-Walter Steinmeier and the sister of North Koreas leader Kim Jong-un during the opening ceremony. REUTERS/Kim Kyung-Hoon

Seoul/Pyeongchang (Reuters) - Am Rande der Olympischen Winterspiele in Südkorea ist es zu einem neuen Entspannungssignal im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm gekommen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un lud überraschend den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In zu einem Staatsbesuch nach Pjöngjang ein. Moon deutete die Bereitschaft an, die Einladung zu einem ersten Gipfeltreffen der beiden verfeindeten koreanischen Staaten seit mehr als zehn Jahren anzunehmen, teilte das Präsidialamt in Seoul am Samstag mit. Kims jüngere Schwester Kim Yo Jong habe die Einladung in einem Brief ihres Bruders bei einem Treffen und Mittagessen in Moons Amtssitz überbracht. Sie ist das erste Mitglied der nordkoreanischen Herrscher-Familie, das den Süden besucht. Moon habe Nordkorea auch zu einem Dialog mit den USA aufgefordert.

Kim wolle Moon gerne schon bald treffen, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Präsidialamtes. Moon habe entgegnet, “lasst uns die Bedingungen schaffen, dies möglich zu machen”. Allerdings dürfte ein Treffen von den USA kritisch gesehen werden. Sie wollen eher den Druck auf Nordkorea erhöhen.

Moon hingegen hatte im vergangenen Jahr sein Amt angetreten mit dem Ziel, die gespannten Beziehungen zu dem abgeschotteten Norden wieder zu verbessern. Er hatte schon nach den ersten Gesprächen von Spitzenvertretern beider Seiten im Januar seine grundsätzliche Bereitschaft zu einem Treffen mit Kim erklärt - einem ersten Gipfeltreffen seit 2007. Sein Ziel ist es auch, Nordkorea zu Gesprächen über die Beseitigung seiner Atomwaffen zu bewegen. Nordkorea lehnt dies bislang ab. Formell befinden sich Nord- und Südkorea nach dem Krieg von 1950 bis 1953 noch immer im Kriegszustand. Es gibt lediglich ein Waffenstillstandsabkommen, keinen Friedensvertrag.

HÄNDESCHÜTTELN BEI ERÖFFNUNGSZEREMONIE OHNE PENCE

Die Annäherung der beiden koreanischen Staaten war im Vorfeld der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang in Gang gekommen. Nordkorea schickte ein Sportteam und eine Delegation politischer Vertreter zu den Spielen. Dazu gehört auch Kims Schwester, die neben dem nominellen Staatsoberhaupt Nordkoreas, Kim Yong Nam, am Freitag die Eröffnungszeremonie besuchte. Dabei zogen die Athleten der beiden koreanischen Staaten gemeinsam ins Stadion ein.

Während Moon dabei freundlich lächelnd mit Kim die Hände schüttelte, vermied US-Vizepräsident Mike Pence einen direkten Kontakt mit der nordkoreanischen Delegation. Kurz zuvor hatte er die Absicht der USA bekräftigt, den Druck auf Nordkorea mit weiteren Sanktionen zu erhöhen. Auch Moon stehe hinter diesem Vorgehen.

In den USA waren nach Kims Gesprächsangebot im Januar Bedenken laut geworden, dass Nordkorea damit einen Keil zwischen Südkorea und die USA treiben will. Moon machte aber damals deutlich, dass es keine Differenzen mit dem engen Verbündeten in der Frage gebe, wie auf die Bedrohung durch Nordkorea zu reagieren sei. Wegen des international geächteten Raketen- und Atomprogramms Nordkoreas hatten sich die Spannungen zwischen der Führung in Pjöngjang und den USA im vergangenen Jahr immer weiter erhöht. Beide Seiten überzogen sich gegenseitig mit massiven Drohungen.

Pence besuchte vor seiner Abreise noch ein Rennen der Eisschnellläufer. An seiner Seite war Präsident Moon, der den Sieg der Südkoreanerin Lim Hyojun im Shorttrack sah. Später verfolgte Moon zusammen mit Kim Yo Jong und dem protokollarischen Staatschef Nordkoreas, Kim Yon Nam, das erste Spiel der gemeinsamen koreanischen Eishockey-Frauenmannschaft gegen die Schweiz.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verband den gemeinsamen Einzug der koreanischen Mannschaften ins Olympiastadion mit der Hoffnungen auf eine friedlichere Zukunft auf der Halbinsel. Vor wenigen Wochen hätte niemand so etwas für möglich gehalten, sagte er. “Ich will hoffen, dass der Dialog, der hier begonnen wurde, auch nach den Olympischen Spielen weiter trägt.”

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below