April 18, 2018 / 11:50 AM / 7 months ago

Nordkorea kommt in Trippelschritten aus der Isolation

- von Josh Smith und Ju-min Park

U.S. President Donald Trump and South Korea’s President Moon Jae-in walk past children holding U.S. and South Korea flags on the grounds of South Korea’s presidential Blue House in Seoul, South Korea, November 7, 2017. REUTERS/Jonathan Ernst

Seoul/Washington (Reuters) - Nach den Spannungen der vergangenen Monate kommt Nordkorea zunehmend aus der Isolation.

US-Präsident Donald Trump und hochrangige südkoreanischer Regierungsvertreter sprachen offen von der Möglichkeit eines Friedensvertrages - 65 Jahre, nachdem der Korea-Krieg durch ein Waffenstillstandsabkommen ausgesetzt wurde. Trump bestätigte am Mittwoch, dass der designierte US-Außenminister und jetzige CIA-Chef Mike Pompeo sich mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un getroffen hat - ein Schritt hin zu einem historischen direkten Treffen zwischen Trump und Kim.

Die Spannungen auf der Halbinsel waren 2018 nach nordkoreanischen Raketen- und Atomtests immer stärker geworden. Trump und Kim beleidigten sich gegenseitig. Dann erklärte Kim in seiner Neujahrsansprache, sein Land sei “eine friedliebende und verantwortungsbewusste Atommacht”. Nordkoreas Teilnahme an den Olympischen Winterspielen im Süden sorgte für eine weitere Entspannung. Seit Wochen wird über ein Treffen zwischen Trump und Kim diskutiert. Es wäre das erste Mal, dass ein amtierender US-Präsident einen nordkoreanischen Machthaber trifft.

TRUMP GIBT SEINEN “SEGEN” FÜR FRIEDENSVERHANDLUNGEN

Zunächst ist für den 27. April ein Nord-Süd-Gipfel angesetzt. “Im Rahmen unserer Pläne prüfen wir, ob der Waffenstillstand auf der koreanischen Halbinsel in ein Zustand des Friedens überführt werden kann”, sagte ein hochrangiger südkoreanischer Regierungsvertreter. Die beiden koreanischen Staaten könnten jedoch nicht alleine darüber entscheiden. Zuvor hatte Trump auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida ebenfalls von der Möglichkeit eines Friedensvertrags gesprochen. “Den Menschen ist nicht klar, dass der Koreakrieg nicht zu Ende ist”, sagte er während eines Besuchs des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zu einem möglichen Friedensvertrag. Unter der Bedingung, dass es ein Abkommen gebe, hätte die koreanischen Staaten dafür “seinen Segen”.

Bislang hat Nordkorea erklärt, es werde ein solches Abkommen nur mit den USA schließen. Südkorea gehört nicht zu den Unterzeichnern des Waffenstillstandes von 1953: Dieser wurde von Nordkorea, den US-geführten UN-Streitkräften und chinesischen Militärs geschlossen. Experten weisen darauf hin, dass die Regierung in Seoul daher nur begrenzt Schritte unternehmen könne. Südkorea vermeidet den Begriff “Friedensvertrag” häufig und spricht von einem “Zustand des Friedens” oder einem “Abkommen zur Einstellung feindlicher Handlungen”.

“DAS IST EINE FALLE”

Das Gipfeltreffen im April wird trotzdem mit Spannung erwartet. Die Nachrichtenagentur Yonhap meldete am Mittwoch unter Berufung auf das südkoreanische Präsidialamt, Teile der Gespräche sollten live übertragen werden. Für Aufsehen sorgten am Dienstag Meldungen, der Trump-Vertraute Pompeo habe sich über Ostern mit Kim getroffen. Trump bestätigte dies am Mittwoch auf Twitter here: "Das Treffen lief sehr gut", erklärte er. "Einzelheiten des Gipfels werden ausgearbeitet."

Früheren Angaben des Präsidenten zufolge werden fünf Orte für ein direktes Treffen diskutiert, von denen keiner in den USA liege. Aus US-Regierungskreisen verlautete, sie lägen in Europa und Südost-Asien. Spekuliert wird unter anderem über ein Treffen in der demilitarisierten Zone, Stockholm, Genf und der Mongolei. Kim verlässt nur selten Nordkorea. Als Zeitraum ist Ende Mai oder Anfang Juni im Gespräch.

Allerdings wies Trump am Dienstag darauf hin, dass das Treffen auch noch platzen werde. Die USA fordern von Nordkorea einen Verzicht auf Atomwaffen, was die Regierung in Pjöngjang bislang ablehnt. Japan will zudem die nordkoreanischen Raketen einbeziehen, die auf sein Staatsgebiet zielen. Kritiker sehen in Nordkoreas Vorgehen ohnehin nur einen Versuch, einen Keil zwischen den USA und Südkorea zu treiben.

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