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Nordkorea kündigt trotz Protesten weitere Raketentests an
30. August 2017 / 06:16 / in 3 Monaten

Nordkorea kündigt trotz Protesten weitere Raketentests an

Seoul/New York (Reuters) - Ungeachtet internationaler Proteste hat Nordkorea weitere Raketentests angekündigt.

North Korean leader Kim Jong Un inspects a long and medium-range ballistic rocket launch drill in this undated photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang on August 30, 2017. KCNA/via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THIS IMAGE. SOUTH KOREA OUT. NO THIRD PARTY SALES. NOT FOR USE BY REUTERS THIRD PARTY DISTRIBUTORS.

Der jüngste Abschuss einer Mittelstreckenrakete über Japan hinweg sei nur der erste militärische Schritt, um den Pazifik-Vorposten der USA auf der Insel Guam einzudämmen, hieß es am Mittwoch in einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Der UN-Sicherheitsrat kritisierte den Test als ungeheuerliche Gefahr. In der einstimmig angenommenen Erklärung wird jedoch auf die Ankündigung weiterer Strafmaßnahmen gegen das international weitgehend isolierte Land verzichtet.

Nordkorea habe lediglich auf die gemeinsamen Militärübungen Südkoreas und der USA reagiert, wurde Staatschef Kim Jong Un in der KCNA-Meldung zitiert. Weitere Tests mit dem Ziel Pazifik seien notwendig. Der Raketentest sei auf Kims Anordnung erstmals von der Hauptstadt Pjöngjang aus unternommen worden, hieß es in der Meldung weiter. Bereits zuvor hatte das Land damit gedroht, vier Raketen vor Guam niedergehen zu lassen. Dort unterhalten die USA einen wichtigen Stützpunkt ihres Militärs.

In der Erklärung der 15 Länder des UN-Sicherheitsrats wurde Nordkoreas aufgefordert, sein Waffenprogramm zu stoppen. Es sei wichtig, dass die Regierung in Pjöngjang sofortige und konkrete Maßnahmen ergreife, um die Lage zu deeskalieren. UN-Resolutionen verbieten dem Land den Bau von Atomwaffen und Raketen. Wegen Verstößen bestehen bereits seit 2006 Sanktionen. Sie wurden gerade erst verschärft. Japan und Südkorea forderten eine strengere UN-Resolution. Der Druck müsse bis zum Maximum erhöht werden, damit Nordkorea an den Verhandlungstisch zurückkehre, erklärte das südkoreanischen Präsidialamt.

Diplomaten zufolgen werden die Veto-Mächte China und Russland schärfere Sanktionen aber nur dann erwägen, sollte Nordkorea Langstrecken-Raketen oder sogar Atomwaffen testen. Russland betonte, es könne keine militärische Lösung geben. China forderte, jegliche Strafmaßnahmen müssten im Rahmen der UN verhängt werden. Einseitig verhängte Sanktionen stünden nicht im Einklang mit dem Völkerrecht, sagte Außenminister Wang Yi. Die USA hatten erst vor kurzem im Streit über das Raketenprogramm Nordkoreas Sanktionen gegen chinesische und russische Firmen verhängt.

Die am Dienstag abgefeuerte Mittelstrecken-Rakete flog über Japan hinweg, bevor sie im Pazifik niederging. US-Präsident Donald Trump schloss daraufhin erneut eine militärische Option gegen das asiatische Land nicht aus. Er hatte Kim zuletzt bereits mit “Feuer und Zorn” gedroht, wie es die Welt noch nie erlebt habe.

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