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Nordkorea droht USA mit "weiteren Geschenkpaketen"
5. September 2017 / 04:39 / in 3 Monaten

Nordkorea droht USA mit "weiteren Geschenkpaketen"

Xiamen/Genf (Reuters) - Nordkorea setzt trotz des internationalen Drucks nach seinem bislang stärksten Atomtest seine Provokationen fort.

North Korea's ambassador to the United Nations Han Tae Song attends the Conference on Disarmament at the United Nations in Geneva, Switzerland September 5, 2017. REUTERS/Denis Balibouse

Das weitgehend isolierte Land drohte den USA am Dienstag mit “weiteren Geschenkpaketen”. Solange die “unverantwortlichen Provokationen und nutzlosen Versuche” anhielten, Druck auf die Volksrepublik Korea auszuüben, werde sie sich weiter selbst verteidigen, sagte der UN-Botschafter des Landes, Han Tae Song, in Genf. Die Weltgemeinschaft blieb trotz drohender neuer Raketentests gespalten, wie Nordkorea zur Räson gebracht werden soll. Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete schärfere Sanktionen gegen Nordkorea als “sinnlos”. China, wie Russland Veto-Macht im UN-Sicherheitsrat, erklärte, in Strafmaßnahmen allein könne nicht die Lösung liegen. Im Gegensatz dazu plädierten die USA und Südkorea für härtere Sanktionen und wurden dabei von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt.

Merkel kündigte im Bundestag an, für das Wochenende sei ein EU-Außenministertreffen geplant, auf dem über eine Ausweitung der Druckmittel auf Handelsebene beraten würde. “Das ist auch dringend notwendig”, sagte Merkel, die sich zuvor in einem Telefonat mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In für härtere Sanktionen ausgesprochen hatte. Die USA fordern darüber eine Abstimmung im UN-Sicherheitsrat am Montag. Dem Rat gehören neben den ständigen Mitgliedern USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China zehn weitere Länder an.

Russland und China gelten als Gegner einer weiteren Verschärfung. Putin sagte auf einem Treffen der fünf großen Schwellenländer in China, dass härtere Sanktionen keinen Einfluss auf die Regierung in Pjöngjang hätten, stattdessen aber das Leiden der Bevölkerung deutlich vergrößern könnten. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel äußerte Verständnis für Putins Haltung, da das Land selbst von Sanktionen betroffen sei. Zuvor hatte der russische Präsident erklärt, es sei absurd von Washington, Moskau um Hilfe im Nordkorea-Konflikt zu bitten und gleichzeitig russische Unternehmen zu sanktionieren, denen vorgeworfen werde, gegen die Strafmaßnahmen gegen das kommunistische Land zu verstoßen.

Putin forderte zugleich alle Beteiligten auf, im Atomkonflikt mit Nordkorea die Ruhe zu bewahren. “Eine Intensivierung der militärischen Hysterie führt zu nichts Gutem. Es könnte in einer globalen Katastrophe münden”, sagte Putin. “Es gibt keinen anderen Weg außer dem gewaltfreien.” Ähnlich äußerte sich der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Geng Shuang. Es sei keine Option, den Konflikt mit Nordkorea militärisch zu lösen, sagte Geng. Alle Beteiligten müssten dazu beitragen, dass die Situation nicht eskaliere. Gabriel sagte, ein Militäreinsatz sei keine Lösung, sondern “eine große Gefahr”. Nordkorea habe so viele konventionelle Waffen, dass die Gefahr für Seoul und Tokio groß sei.

FRANKREICH - NORDKOREAS RAKETEN KÖNNTEN BALD EUROPA TREFFEN

Nordkorea hatte am Sonntag nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet. Seit Jahren treibt das Land die Entwicklung sowohl von Atomwaffen als auch von Trägerraketen mit Hochdruck voran. Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly warnte: “Europa riskiert, zügiger als erwartet in Reichweite von Kim Jong Uns Raketen zu geraten.”

Laut einem südkoreanischen Medienbericht verlegte Nordkorea nun wohl eine Interkontinental-Rakete (ICBM) an die Westküste, wo sich Abschussrampen befinden. Beobachter rechnen damit, dass Nordkorea anlässlich des Jahrestages der Staatsgründung am 9. September zu weiteren Provokationen greifen könnte. Im vergangenen Jahr testete das Land an dem Tag eine Atombombe. Südkorea setzt darauf, dank der Aufhebung der Obergrenze für das Gewicht von Gefechtsköpfen auf südkoreanischen Raketen besser gegen die Bedrohung durch den Nachbarn gewappnet zu sein.

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