September 10, 2018 / 6:23 AM / 11 days ago

Nordkorea verzichtet bei Militärparade auf Langstreckenraketen

Pjöngjang (Reuters) - Angesichts der Bemühungen um eine Entspannung im Atomkonflikt hat Nordkorea bei der traditionellen Militärparade zum Staatsjubiläum auf große Machtdemonstrationen verzichtet.

Soldiers march during a military parade marking the 70th anniversary of North Korea's foundation in Pyongyang, North Korea, September 9, 2018. REUTERS/Danish Siddiqui

Zwar zogen auch bei dem Aufmarsch zum 70. Jahrestag der Gründung des kommunistischen Staates in der Hauptstadt Pjöngjang am Sonntag Zehntausende Soldaten und Panzerkolonnen an Machthaber Kim Jong Un und ausländischen Gästen vorbei, darunter ein hochrangiger Vertreter Chinas. Doch verzichtete die Führung anders als in den Vorjahren auf die Präsentation von Interkontinentalraketen und anderes Säbelrasseln wie Raketen- oder gar Atomtests.

Die Feiern standen vielmehr unter dem Motto Frieden, einer Stärkung der Wirtschaft und des Strebens nach Wiedervereinigung mit Südkorea. Zahlreiche Menschen schwenkten an der mit Ballons und Blumen buntgeschmückten Strecke der Parade Flaggen eines vereinten Koreas. “Alle Koreaner sollten ihre Kräfte bündeln, um die Vereinigung noch in unserer Generation zu erreichen”, hieß es in einem Leitartikel der nordkoreanischen Parteizeitung “Rodong Sinmun”: “Die Vereinigung ist der einzige Weg, wie die Koreaner überleben können.”

Die USA und die Vereinten Nationen haben Sanktionen verhängt, um das abgeschottete und verarmte Land zur Aufgabe seines Raketen- und Atomprogramms zu bewegen. Zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea im Februar hatte Kim Entspannungssignale in dem zuvor mit Kriegsrhetorik aufgeheizten Konflikt gesendet. Im Juni sagte er bei einem historischen Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump in Singapur seine Bereitschaft zur atomaren Abrüstung zu. An diese Abmachung halte er sich, sagte Kim dem chinesischen Gesandten Li Zhanshu, Präsident des chinesischen Parlaments, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete. Kim hoffe, dass auch die USA ihren Teil erfüllten. Trotz der schleppend verlaufenden Gespräche zwischen Nordkorea und den USA strebt der nordkoreanische Machthaber Angaben aus Südkorea zufolge die Denuklearisierung der Halbinsel während der ersten Amtszeit von Trump an. Dieser hatte am Freitag erklärt, einen Brief von Kim zu erwarten. Er gehe davon aus, dass dieser positiv sei.

Für Mitte September ist zudem das bereits dritte Treffen von Kim mit Südkoreas Präsident Moon Jae In geplant. Ziel der Gespräche soll auch ein offizielles Ende des Korea-Krieges von 1950 bis 1953 und das Sondieren von Möglichkeiten für eine Wiedervereinigung sein. Bislang herrscht zwischen den beiden koreanischen Staaten lediglich ein Waffenstillstand.

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