November 29, 2017 / 6:03 AM / 16 days ago

Trump kündigt neue Sanktionen gegen Nordkorea an

Seoul/Washington (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea nach dem erneuten Test einer Interkontinentalrakete mit zusätzlichen Strafmaßnahmen gedroht.

People watch a television broadcast of a news report on North Korea firing what appeared to be an intercontinental ballistic missile (ICBM) that landed close to Japan, in Seoul, South Korea, November 29, 2017. REUTERS/Kim Hong-Ji TPX IMAGES OF THE DAY - RC17E8BF6E30

“Gegen Nordkorea werden heute weitere harte Sanktionen verhängt”, twitterte Trump am Mittwoch nach einem Telefonat mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping. Einzelheiten nannte er nicht. Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals eine neue Interkontinentalrakete getestet, mit der das gesamte Gebiet der USA in die Reichweite seiner Atomwaffen gerät. Machthaber Kim Jong Un habe den Test der Hwasong-15 persönlich geleitet und von einem “Durchbruch” gesprochen, berichteten die Staatsmedien. Der Test verstößt gegen UN-Resolutionen und löste weltweit Proteste aus. Die Börsen zeigten sich weitgehend unbeeindruckt.

Unmittelbar nach dem Test hatte Trump vor Journalisten gesagt, die Haltung der USA in dem seit Monaten schwelenden Streit ändere sich nicht. “Das ist eine Situation, mit der wir umgehen können.” Seine Sprecherin Sarah Sanders sagte dem Sender Fox News, die US-Regierung versuche, Russland dazu zu bewegen, eine härtere Haltung gegenüber Nordkorea einzunehmen und mehr Druck auszuüben. Die USA haben wiederholt auch China gedrängt, Einfluss auf Nordkorea nehmen. Chinas Präsident Xi erklärte der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge, Ziele seines Landes seien Frieden und Stabilität in der Region und eine nukleare Abrüstung auf der nordkoreanischen Halbinsel.

Die Rakete wurde nach Angaben des südkoreanischen Militärs von Pyongsong in der südlichen Provinz Pyongan aus abgeschossen. “Feuert sie heldenhaft ab für Partei und Vaterland”, schrieb Kim auf seinen Befehl, von dem das Staatsfernsehen ein Foto veröffentlichte. Nordkorea zufolge geschah dies von einer neuen mobilen Abschussrampe, deren Funktion Kim als einwandfrei bezeichnet und als “Durchbruch” gefeiert habe. Der Sprengkopf habe den Wiedereintritt in die Atmosphäre unbeschadet überstanden. Das Geschoss sei 53 Minuten lang in einer Höhe von 4475 Kilometern geflogen und habe etwa 950 Kilometer zurückgelegt. Dann sei es vor der Küste Japans ins Meer gestürzt. Damit sei das historische Ziel erreicht, die atomare Streitmacht des Landes zu vervollständigen, erklärte Kim den Staatsmedien zufolge. Nordkorea entwickelt die strategischen Waffen nach eigenen Angaben, um sich gegen eine Erpressungspolitik und atomare Bedrohung durch “US-Imperialisten” zu verteidigen. Das Land sei eine “verantwortungsbewusste Atommacht”.

INTERNATIONALE KRITIK

Trump beriet auch mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und Südkoreas Präsident Moon Jae In über die Lage. Die US-Regierung hat wiederholt erklärt, im Nordkorea-Konflikt blieben alle Optionen auf dem Tisch, die militärische wie die diplomatische.

Der UN-Sicherheitsrat sollte am Mittwoch zusammentreten. Generalsekretär Antonio Guterres sprach von einer klaren Verletzung von Resolutionen. Auch der langjährige Verbündete Nordkoreas, China, kritisierte den Test und äußerte die Hoffnung, dass alle Parteien Frieden und Stabilität bewahrten. Russland sprach von einem Akt der Provokation Bundeskanzlerin Angela Merkel twitterte, es sei wichtiger denn je, gegen die Bedrohung der internationalen Sicherheit durch die Regierung in Pjöngjang zusammenzustehen.

Zuletzt hatte Nordkorea Mitte September eine Rakete abgefeuert, die über Japan hinweg geflogen war. Nach mehreren Raketen- und Atomtests in den vergangenen Monaten haben sich die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA erheblich verschärft. Als Erbe des Korea-Krieges von 1950 bis 1953 haben die USA in Südkorea 28.500 Soldaten stationiert und halten immer wieder gemeinsame Manöver ab. Die koreanische Halbinsel ist geteilt, Nord- und Südkorea haben nach dem Krieg keinen Friedensvertrag unterzeichnet.

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