April 25, 2019 / 5:28 AM / in 3 months

Putin und Kim beraten über Lage auf koreanischer Halbinsel

Russian President Vladimir Putin and North Korea's leader Kim Jong Un shake hands during their meeting in Vladivostok, Russia, April 25, 2019. Alexander Zemlianichenko/Pool via REUTERS

Wladiwostok (Reuters) - Der russische Präsident Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un haben am Donnerstag über Schritte zur Verbesserung der Lage auf der koreanischen Halbinsel beraten.

Das Gespräch sei substanziell gewesen, sagte Putin im russischen Wladiwostok nach der ersten Begegnung. Kim erklärte, er sei nach Russland gereist, um mit Putin intensiv zu beraten, wie die Stabilität der Region strategisch vorangebracht werden könne. Mit dem Treffen in Wladiwostok demonstrieren die beiden, dass die USA nicht die einzige Macht ist, um das Thema der atomaren Abrüstung Nordkoreas auf die Tagesordnung zu setzen.

Es ist das erste Mal, dass Putin und Kim zu einem Gipfeltreffen zusammengekommen sind. Als Themen waren das umstrittene Atomwaffenprogramm Nordkoreas und die wirtschaftliche Entwicklung des weitgehend isolierten Landes geplant. Vor dem Gespräch sagte Putin, er begrüße den Willen Kims, einen Dialog mit Südkorea zu führen und die Beziehungen zu den USA zu entspannen.

Die Begegnung im äußerten Osten Russlands findet zwei Monate nach dem zweiten Treffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump statt. Dieses Gespräch in Hanoi im Februar war ohne greifbares Ergebnis abgebrochen worden. Die USA fordern eine atomare Abrüstung und einen Stopp des Raketenprogramms des mit Sanktionen belegten Landes. Nordkorea will eine Lockerung der Strafmaßnahmen.

Kim ist seit 2011 an der Macht. Er hat mit mehreren Raketen- und Atomtests für erhebliche Unsicherheit in der Region gesorgt. Nach einem heftigen verbalen Schlagabtausch zwischen Kim und Trump kam es im Juni 2018 in Singapur zur ersten Begegnung zwischen einem US-Präsidenten und einem nordkoreanischen Machthaber. Kim und Trump verabredeten Schritte zur Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Bedeutende Fortschritte gab es dabei aber nicht.

Mitte April zeigte sich Kim zwar offen für ein drittes Treffen mit Trump, er stellte aber zur Bedingung, dass die USA mit der richtigen Einstellung teilnähmen. Er werde bis Jahresende warten, ob die USA zu einem Kurswechsel und mehr Flexibilität bereit seien. Zugleich warnte Kim vor der Gefahr neuer Spannungen. Nach dem Abbruch des Hanoier Gipfels im Februar stelle sich ihm die Frage, ob Nordkoreas Entgegenkommen und Dialogbereitschaft weiterhin die richtige Strategie seien.

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