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Weltnachrichten

Nordkorea bricht Kommunikation mit Südkorea ab

The flag of North Korea flutters in front of its embassy in Rome, Italy, January 3, 2019. REUTERS/Alessandro Bianchi

Seoul (Reuters) - Nordkorea hat die Abschaltung sämtlicher Kommunikationskanäle mit Südkorea angekündigt.

Dies sei ein erster Schritt der Regierung in Pjöngjang, um die Verbindung zwischen den beiden Ländern vollständig abzubrechen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag. Seit mehreren Tagen droht Nordkorea mit der Schließung des gemeinsamen Verbindungsbüros und der Aufkündigung weiterer Projekte, sollte Südkorea das Abwerfen von Flugblättern von Überläufern mit kritischen Botschaften über die Politik des Nordens über dem Grenzgebiet nicht unterbinden. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums erklärte, China hoffe, dass Nordkorea und Südkorea im Dialog zusammenarbeiten werden.

Bereits vergangene Woche hatte die einflussreiche Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, Kim Yo Jong, mit dem Rückzug aus einem gemeinsamen Militärabkommen gedroht. Wie die KCNA weiter berichtete, beschlossen nun hochrangige Regierungsbeamte in Nordkorea, darunter Kim Yo Jong und Kim Yong Chol, der stellvertretende Vorsitzender des Zentralkomitees der regierenden Arbeiterpartei, “dass sich die Arbeit in Richtung Süden gründlich wenden sollte in die gegen einen Feind”. In einem ersten Schritt werde Nordkorea noch am Dienstag die Kommunikationswege in einem interkoreanischen Verbindungsbüro und die Hotlines zwischen den beiden Militär- und Präsidentenbüros schließen.

Am Dienstagmorgen beantworteten nordkoreanische Beamte weder einen routinemäßigen täglichen Anruf beim Verbindungsbüro noch Anrufe bei militärischen Hotlines, erklärte eine Sprecherin des südkoreanischen Verteidigungsministeriums. Am Montag hatte Nordkorea den Verbindungsanruf erstmals seit 2018 nicht mehr beantwortet, obwohl es später einen Nachmittagsanruf annahm. Die routinemäßigen Anrufe zwischen Süd- und Nordkorea sollten beibehalten werden, da sie grundlegende Kommunikationsmittel seien, erklärte das für interkoreanische Angelegenheiten zuständige Vereinigungsministerium des Südens. Das Ministerium wolle weiterhin den vereinbarten Grundsätzen folgen und nach Frieden auf der koreanischen Halbinsel streben.

Die Entscheidung Nordkoreas zum einem Abbruch der Kommunikation markieren auch einen Rückschlag in den Bemühungen, das Land davon zu überzeugen, sein Atomwaffenprogramm im Gegenzug für zur Abschwächungen internationaler Sanktionen aufzugeben.

Für Pjöngjang ist die Unterbrechung der Kommunikationskanäle nach Einschätzung von Daniel Wertz vom US-amerikanischen Nationalkomitee für Nordkorea eine abgedroschene Taktik, die allerdings auch gefährlich sein könnte. “Regelmäßige Kommunikationskanäle werden in Krisenzeiten am dringendsten benötigt. Aus diesem Grund schneidet Nordkorea sie ab, um eine Atmosphäre mit erhöhtem Risiko zu schaffen.”

Ein Menschenrechtsexperte der Vereinten Nationen schlug unterdessen wegen der Nahrungsmittelknappheit und der Unterernährung in Nordkorea Alarm. Tomas Ojea Quintana rief den UN-Sicherheitsrat auf, die Sanktionen gegen das Land zu überdenken, um die Versorgung mit Lebensmittel zu sichern. Immer mehr Familien in Nordkorea verfügten über nur zwei Mahlzeiten am Tag, viele könnten nur Mais essen und einige verhungerten. Nordkorea bereitet auch die wegen der Corona-Pandemie verhängte Grenzschließung mit China Probleme.

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