September 18, 2018 / 6:29 AM / a month ago

Viel Pomp und gegenseitiges Lob bei Korea-Gipfeltreffen

- von Hyonhee Shin und Joyce Lee

South Korean President Moon Jae-in and North Korean leader Kim Jong Un attend an official welcome ceremony at Pyongyang Sunan International Airport, in Pyongyang, North Korea, September 18, 2018. Pyeongyang Press Corps/Pool via REUTERS TPX IMAGES OF THE DAY

Seoul (Reuters) - Mit großem Pomp hat am Dienstag in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang ein mehrtägiges Gipfeltreffen von Machthaber Kim Jong Un und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-In begonnen.

Bei ihrem ersten Arbeitstreffen lobten sich die Politiker gegenseitig für jüngste Fortschritte in der Debatte über das nordkoreanische Atomprogramm. Kim sagte, sein eigenes, von Moon initiiertes Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Juni habe die Region stabilisiert. Moon begrüßte Kims “mutige Entscheidung zum Beginn einer neuen Ära.” Doch die von Kim und Trump angeschobenen Bemühungen zur atomaren Abrüstung auf der Halbinsel sind ins Stocken geraten. Die Erwartungen an das Treffen Moons und Kims sind auch deshalb besonders hoch.

Kim empfing den Südkoreaner schon auf dem Flughafen von Pjöngjang mit herzlichen Umarmungen. Danach fuhren die beiden in einem Konvoi in die Hauptstadt. Dort passierten sie im offenen Mercedes fast 100.000 jubelnde Menschen, die Blumen schwenkten und “Vereinigung, Vaterland” riefen. An einem Punkt stiegen sie kurz aus, begrüßten die Menge und ließen sich Blumen schenken.

KIM: “ICH HABE SO AUF DIESEN TAG GEWARTET”

“Ich habe so auf diesen Tag gewartet”, sagte Kim. Er wünsche sich von der bereits dritten Begegnung mit Moon in diesem Jahr schnellere und umfangreichere Resultate als bisher. Moon sagte, es sei Zeit für greifbare Ergebnisse. Die beiden Politiker setzten sich am Dienstag zwei Stunden im Zentralkomitee der herrschenden Arbeiterpartei zusammen. Nach einer zweiten Gesprächsrunde am Mittwoch sind eine gemeinsame Erklärung und eine Militärvereinbarung geplant, mit der Spannungen abgebaut werden sollen. Moon soll am Donnerstag wieder abreisen.

Das Treffen gilt als Test, ob es zu einer weiteren Begegnung mit Trump kommt, die Kim unlängst vorgeschlagen hat. Doch zuletzt waren Zweifel gewachsen, ob der Nordkoreaner sein Versprechen zur Begrenzung des heimischen Nuklear- und Raketenprogramms umsetzt. Kim strebt ein Ende des Kriegszustands auf der Halbinsel an und setzt auf ein Ende internationaler Sanktionen.

Südkoreanischen Regierungskreisen zufolge will Moon einen Vorschlag unterbreiten, der einen konkreten Rahmen für die atomare Abrüstung Nordkoreas mit einer Erklärung zur formellen Beendigung des Kriegszustandes kombiniert. Auf der koreanischen Halbinsel herrscht seit 1953 ein Waffenstillstand, einen Friedensvertrag gibt es noch nicht. Die Verhandlungen kamen zuletzt unter anderem deshalb nicht vom Fleck, weil die USA auf Abrüstung als ersten Schritt pochen, während Nordkorea zunächst die formelle Erklärung zum Kriegsende verlangt.

Der südkoreanische Präsident reiste mit einer Wirtschaftsdelegation an, zu der hochrangige Vertreter von Samsung und LG gehörten. Angesichts umfangreicher internationaler Sanktionen gegen Nordkorea wurde aber nicht erwartet, dass beide Seiten konkrete Wirtschaftsprojekte vereinbaren.

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