January 3, 2018 / 6:25 AM / in 10 months

Nordkorea öffnet Kommunikationskanal mit dem Süden

Seoul (Reuters) - Nordkorea hat nach fast zweijähriger Unterbrechung einen Kommunikationskanal mit dem Süden wiedereröffnet.

A North Korean soldier stands on the bank of the Yalu River in Sinuiju, North Korea, which borders Dandong in China's Liaoning province, September 9, 2017. REUTERS/Aly Song

Machthaber Kim Jong Un ordnete an, die Telefonleitung im Grenzort Panmunjom am Mittwochnachmittag (07.30 Uhr MEZ) wieder freizuschalten. Auch die Regierung in Seoul teilte mit, sie habe einen Anruf erhalten. US-Präsident Donald Trump eröffnete im Schlagabtausch mit Kim unterdessen die nächste Runde: Er habe einen größeren und mächtigeren Atomknopf als der nordkoreanische Staatschef.

Kim hatte sich in seiner Neujahrsansprache für Gespräche mit dem Süden offen gezeigt und erwägt nach eigenen Worten auch, eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar zu schicken. Auch Südkorea unterbreitete am Dienstag ein Gesprächsangebot.

Die direkte Telefonverbindung hatte Nordkorea im Februar 2016 gekappt. Dabei handelte es sich um Vergeltung für die Schließung eines gemeinsamen Industriegebietes durch Südkorea. Über die Inhalte des Gespräches am Mittwoch wurde zunächst nichts bekannt. Beide Seiten erklärten, sie hätten die Verbindung überprüft.

Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA erklärte der nordkoreanische Vertreter Ri Son Gwon, man sei bei der Kommunikation mit dem Süden ehrlich und aufrichtig. Ziel der Gespräche sei es, einen formellen Dialog aufzunehmen, um eine Delegation zu den Olympischen Spielen zu schicken.

Die beiden Staaten sind auch knapp 65 Jahre nach dem Ende des Koreakrieges formell im Kriegszustand, weil es nur ein Waffenstillstandsabkommen gibt. Kim droht Südkorea und auch den USA und Japan immer wieder mit Zerstörung und treibt trotz zahlreicher UN-Sanktionen ein Atom- und Raketenprogramm voran.

USA REAGIEREN AUF GESPRÄCHSANGEBOT SKEPTISCH

Die USA, die fast 30.000 Soldaten in Südkorea stationiert haben, äußerten sich über die Gespräche zurückhaltend. Möglicherweise wolle Nordkorea einen Keil zwischen die Verbündeten treiben, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington.

Kim und Trump hatten sich in den vergangenen Monaten mit Drohungen überboten. Dies hat weltweit die Angst vor einem Krieg geschürt. In seiner Neujahrsansprache erklärte Kim mit Blick auf die USA: “Auf meinem Schreibtisch ist immer ein Atomknopf. Das ist keine Drohung, sondern die Realität.” Trump erwiderte nun auf Twitter, sein Knopf sei “viel größer und mächtiger”. “Und mein Knopf funktioniert!”

Nordkorea hat angekündigt, massenhaft Atomsprengköpfe zu bauen. Die Waffen seien nötig, um auf ein aggressives Verhalten der Regierung in Washington zu reagieren. Unklar ist, wie weit das nordkoreanische Atomprogramm fortgeschritten ist. Experten halten es für möglich, dass die Raketen die USA erreichen könnten. Unklar ist aber, ob ein Atomsprengkopf den Wiedereintritt in die Atmosphäre überstehen würde.

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