September 14, 2018 / 7:24 AM / 3 months ago

Koreanische Staaten eröffnen Verbindungsbüro

South Korean President Moon Jae-in is greeted by North Korean leader Kim Jong Un during their summit at the truce village of Panmunjom, North Korea, in this handout picture provided by the Presidential Blue House on May 26, 2018. Picture taken on May 26, 2018. The Presidential Blue House /Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY

Seoul (Reuters) - Nord- und Südkorea haben am Freitag ein Verbindungsbüro eröffnet, das einen permanenten Kommunikationskanal zwischen den Regierungen der beiden Staaten schaffen soll.

Sie bemühen sich derzeit intensiv um eine Verbesserung ihrer Beziehungen. In der kommenden Woche soll das dritte Gipfeltreffen zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In in diesem Jahr stattfinden.

“Beide Seiten sind jetzt in der Lage, einen großen Schritt nach vorne tun bei den Themen Frieden, Wohlstand und Vereinigung auf der koreanischen Halbinsel, indem sie über auftretende Probleme schnell und offen beraten können”, sagte der Leiter der nordkoreanische Delegation bei der Eröffnung des Büros, Ri Son Gwon. Früher kommunizierten die beiden Staaten per Fax und über spezielle Telefonleitungen. Jetzt könnten sie “direkt 24 Stunden, 365 Tage” sprechen, sagte Südkoreas Minister für Wiedervereinigung, Cho Myoung Gyon.

Das Büro wurde nahe der Grenze im nordkoreanischen Kaesong eingerichtet. Dort befand sich ein Gewerbepark, in dem südkoreanische Firmen Produkte von nordkoreanischen Arbeitern fertigen ließen. Das Industriegebiet, einst ein Vorzeigemodell innerkoreanischer Entspannung, wurde im Februar 2016 geschlossen, nachdem Nordkorea seinen vierten Atomtest vorgenommen hatte.

MOON REIST MIT NEUEN VORSCHLÄGEN NACH NORDKOREA

Moon wird am Dienstag nach Pjöngjang reisen, wo er auf Bitte von US-Präsident Donald Trump auch als Vermittler zwischen den USA und Nordkorea agieren soll. Die von Trump und Kim angeschobenen Abrüstungsbemühungen sind ins Stocken geraten. Südkoreanischen Regierungskreisen zufolge will Moon einen Vorschlag unterbreiten, der einen konkreten Rahmen für die atomare Abrüstung Nordkoreas mit einer Erklärung zur formellen Beendigung des Kriegszustandes in Korea kombiniert. Auf der Halbinsel herrscht seit 1953 ein Waffenstillstand, einen Friedensvertrag gibt es noch nicht. Nach Moons Vorschlag solle Nordkorea seine Atom- und Raketenanlagen auflisten und internationale Kontrollen zu deren Abrüstung zulassen, hieß es. Sollte dies gelingen und noch dazu ein konkreter Zeitplan dafür vereinbart werden, wäre dies auch für Trump ein diplomatischer Coup, sagte ein Politikexperte in Seoul.

Moon dürfte es daneben auch darum gehen, die Annäherung an Nordkorea weiter voranzutreiben. Neben der Einrichtung des Verbindungsbüros könnten Bahnlinien und Straßen wieder verknüpft und das Waffenarsenal an der militärisch hoch gesicherten Waffenstillstandslinie reduziert werden. Besseren Wirtschaftsbeziehungen stehen derzeit noch die internationalen Sanktionen gegen Nordkorea im Wege. Erst jüngst verhängten die USA Strafmaßnahmen gegen weitere Firmen und Geschäftsleute, denen sie vorwarfen, die wegen des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms verhängten Sanktionen zu unterlaufen.

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