April 27, 2018 / 4:56 AM / 5 months ago

Abbau von Nordkoreas Atomtestanlage schwer zu überprüfen

- von Malcolm Foster und Josh Smith

North Korea's leader Kim Jong Un is seen as the newly developed intercontinental ballistic rocket Hwasong-15's test was successfully launched, in this undated photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang November 30, 2017. REUTERS/KCNA ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THIS IMAGE. SOUTH KOREA OUT. NO THIRD PARTY SALES. NOT FOR USE BY REUTERS THIRD PARTY DISTRIBUTORS TPX IMAGES OF THE DAY

Seoul (Reuters) - Es klingt zunächst nach einem großen Schritt zur Entspannung im Korea-Konflikt: Der Norden hat angekündigt, seine Atomtestanlage in Punggye Ri abzubauen.

Experten zeigen sich allerdings uneins, ob das tatsächlich geschehen wird, geschweige denn wie es überprüft werden könnte. Möglicherweise ist das Tunnelsystem unter dem Berg Mantap im Nordosten des Landes ohnehin beim jüngsten Test so stark beschädigt worden, dass weitere Versuche nicht mehr möglich sind. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat zwar den Atomreaktor Yongbyon besuchen dürfen, Punggye Ri jedoch noch nie.

Nordkorea sprach bei der Ankündigung von einem Schritt, der eine “transparente Garantie” für die angekündigte Einstellung der Atom- und Raketentests darstellen würde. Damit werde möglicherweise die Tür für eine Verifizierung vor Ort geöffnet, sagt David Albright vom Institute for Science and International Security in Washington. “Nordkorea hat in der Vergangenheit Bitten der USA abgelehnt, das Testgelände zu besuchen und Proben zu nehmen.” Solche Untersuchungen durch das US-Verteidigungsministerium dürften das Ziel von Präsident Donald Trump bei etwaigen Verhandlungen sein, sagt der ehemalige IAEA-Inspektor Robert Kelley. Allerdings wären der Regierung in Pjöngjang internationale Experten wohl lieber.

Dagegen halten andere Experten wie Joshua Pollack vom Middlebury Institute of International Studies eine Schließung der Anlage für wahrscheinlicher als dass sie wirklich unbrauchbar gemacht wird. Nordkorea habe die Schließung von sich aus angekündigt und nicht als Teil von Verhandlungen. “Warum sollten sie zulassen, dass wir Informationen über ihre früheren Tests sammeln?” Eine bloße Schließung wäre seinem Instituts-Kollegen Jeffrey Lewis zufolge ein eher geringer Beitrag zur Entspannung. “Es handelt sich um Tunnel, nicht um Schächte”, sagt er. “Selbst im besten Fall, bei dem Nordkorea die Tunnel als PR-Stunt schließen würde, wäre das sinnlos. Man kann sie einfach wieder aufmachen.”

CHINESISCHE EXPERTEN: KATASTROPHE BEI WEITEREM ATOMTEST

Unklar ist dabei, ob die Anlage überhaupt noch genutzt werden kann. Dem japanischen TV-Sender Asahi zufolge stürzte beim Atomtest am 3. September einer der Tunnel ein. Chinesische Experten der Universität für Wissenschaft und Technologie gehen weiter und halten das ganze Gelände seitdem für unbrauchbar. Sie verweisen auf ein kleines Erdbeben, das 8,5 Minuten nach dem angeblichen Test einer Wasserstoffbombe gemessen worden sei. Das Beben gehe auf einen Einsturz der Tunnelsysteme zurück. Jeder neue Test würde jetzt “einen viel größeren Zusammensturz verursachen, der zu einer Umweltkatastrophe führen würde”, heißt es in einer Studie.

Entsprechend gebe Nordkorea mit seinem Teststopp gar nichts auf, sagt Kelley. “Ich würde davon ausgehen, dass die Anlage zu stark beschädigt ist, um noch genutzt werden zu können.” Die von Johns-Hopkins-Politologen betriebene Nordkorea-Website 38 North sieht dafür allerdings keine harten Belege. Pollack geht seinerseits von einem einen ganz anderen Grund für die nordkoreanische Ankündigung aus: Die Führung des Landes wolle zeigen, dass es eine voll entwickelte Atommacht sei. Nur “Neulinge” nähmen überhaupt noch derartige Tests vor, sagt er. “Das ist zu einem Zeichen der technologischen Unreife geworden. Das ist nicht das Signal, das sie aussenden wollen.”

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