8. November 2017 / 08:30 / in 15 Tagen

Trump fordert von China mehr Druck auf Nordkorea

Peking (Reuters) - US-Präsident Donald Trump verlangt von China, im Atomstreit mit Nordkorea mehr Druck auf die Führung in Pjöngjang auszuüben.

U.S. and China's flags flutter in front of a portrait of late Chinese Chairman Mao Zedong at the Tiananmen gate ahead of the visit by U.S. President Donald Trump to Beijing, China November 8, 2017. REUTERS/Damir Sagolj

Trump werde während seines Besuchs in Peking Staatschef Xi Jinping auffordern, die finanziellen Verbindungen zu Nordkorea zu kappen und die Resolutionen der Vereinten Nationen (UN) umzusetzen, sagte ein ranghoher Vertreter des Präsidialamtes. Trump traf am Mittwoch aus Südkorea kommend in Peking ein. Dort hatte der US-Präsident erneut scharfe Worte gegen die Führung Nordkoreas gefunden und diese vor weiteren Provokationen gewarnt. Die Bundesregierung forderte Nordkorea auf, ein Gesprächsangebot von Trump anzunehmen.

In Peking wurde Trump von Xi durch die Verbotene Stadt geleitet, eine Ehre, die ein chinesischer Präsident nur wenigen Gästen zuteilwerden lässt. Am Donnerstag sind die formellen Gespräche vorgesehen. China ist Trumps dritte Station einer zwölftägigen Asien-Reise. Zu den wichtigsten Gesprächsthemen in Peking dürften auch Handelsfragen gehören. Trump hat wiederholt den Überschuss Chinas im Handel mit den USA kritisiert.

Vor seiner Abreise hatte Trump China als eines der Länder genannt, die die internationalen Sanktionen gegen Nordkorea vollständig umsetzen und ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen herunterfahren müssten. Ob Xi darauf eingeht, war zunächst nicht abzusehen. China hat stets betont, dass sein Einfluss auf die Regierung in Pjöngjang überschätzt werde. Das Land halte sich strikt an die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. Sollte es Verstöße geben, würden dieses untersucht, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. China sei nach wie vor der Ansicht, dass der Konflikt im Dialog gelöst werden müsse.

INTERNATIONALER SCHULTERSCHLUSS GEGEN “BRUTALES REGIME”

Vor dem Parlament in Südkorea warnte Trump Nordkorea vor weiteren Provokationen. “Ich hoffe, dass ich für alle zivilisierten Nationen spreche, wenn ich zum Norden sage: Unterschätzt uns nicht. Und stellt uns nicht auf die Probe”, sagte er vor den Abgeordneten in Seoul. “Wir werden uns nicht einschüchtern lassen.” Nordkorea solle die Zurückhaltung der USA in der Vergangenheit nicht als Schwäche auslegen. An Machthaber Kim Jong Un gerichtet sagte Trump: Trotz aller Verbrechen, die dieser begangen habe, “sind wir bereit, einen Pfad zu einer viel besseren Zukunft anzubieten”.

Die Bundesregierung in Berlin erklärte, die nordkoreanische Führung täte gut dran, diese Gelegenheit zu nutzen und den ersten Schritt zu machen, indem sie ihre Testaktivitäten aussetze. Am Dienstag hatte Trump in Japan überraschend eine Verhandlungslösung ins Spiel gebracht, nachdem er und Nordkorea sich wochenlang gegenseitig mit kriegerischer Rhetorik überzogen und damit Sorgen vor einer militärischen Eskalation geschürt hatten.

In der Rede am Mittwoch schlug Trump dann wieder deutlich schärfere Töne an. Er forderte die internationale Gemeinschaft erneut zum Schulterschluss gegen Nordkorea auf, um “das brutale Regime” zu isolieren und ihm jegliche Form von Unterstützung, Versorgung oder Anerkennung zu verweigern. Die Welt dürfe nicht tolerieren, dass sie von einem “Schurkenregime mit nuklearer Verwüstung” bedroht werde. Trump rief Kim dazu auf, keine Raketen mehr zu entwickeln und nuklear komplett abzurüsten. Die USA strebten nach Frieden, aber sie seien zu Gesprächen nur bereit, wenn Kim vom Atomprogramm abrücke.

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