May 9, 2018 / 12:56 PM / 5 months ago

Nordkorea lässt vor Gipfel drei US-Bürger frei

Washington/Tokio (Reuters) - Kurz vor dem geplanten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un lässt Nordkorea drei US-Bürger nach mehrjähriger Gefangenschaft frei.

During a week of heightened tension between the U.S. and North Korean, a tour guide toting a U.S. flag leads his group through the Korean War Veterans Memorial in Washington, U.S., August 10, 2017. REUTERS/Kevin Lamarque

Trump twitterte am Mittwoch, Außenminister Mike Pompeo sei auf dem Rückflug von seinen Gesprächen in Nordkorea und habe die drei Landsmänner mit an Bord. Das US-Präsidialamt bezeichnete die Freilassung als Geste des guten Willens vor dem geplanten Gipfel. China, Japan und Südkorea machten sich unterdessen für internationale Hilfszusagen an Nordkorea bei einer vollständigen atomaren Abrüstung stark. Zugleich warnte Japan davor, den Druck auf Nordkorea zu früh zu reduzieren. Erst müssten den Ankündigungen auch Taten folgen.

Bei den Freigelassenen handelt es sich um zwei Dozenten der aus dem Ausland finanzierten Universität für Wissenschaft und Technologie in Pjöngjang sowie einen Missionar. Die drei Männer schienen bei guter Gesundheit zu sein, schrieb Trump. Er werde sie persönlich bei ihrer Ankunft begrüßen. Pompeo habe ein gutes Treffen mit Kim gehabt. Termin und Ort für den Gipfel stünden fest. Später erklärte Trump, er werde den Ort binnen drei Tagen bekanntgeben. Die entmilitarisierte Zone werde es aber nicht sein.

Das Treffen wird für Ende Mai/Anfang Juni erwartet, als Ort wurde in Medien zuletzt Singapur genannt. Pompeo war zur Gipfel-Vorbereitung zum zweiten Mal binnen sechs Wochen bei Kim. Die Präsenz der rund 28.500 US-Soldaten in Südkorea soll nach US-Angaben kein Gipfel-Thema bei dem sein.

Südkorea forderte den Norden auf, nun auch sechs Südkoreaner freizulassen. Das würde die Bemühungen um eine Versöhnung zwischen beiden koreanischen Staaten befördern und wäre dem Frieden auf der koreanischen Halbinsel dienlich, hieß es.

NACHBARSTAATEN WOLLEN NORDKOREA BEI ATOMABBAU UNTERSTÜTZEN

In Tokio berieten Japan, China und Südkorea über die Lage. Man müsse das jüngste Momentum zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und für Frieden und Sicherheit nutzen, um sicherzustellen, dass Nordkorea auch konkret handelt”, sagte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe nach dem Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Li Keqiang und Südkoreas Präsident Moon Jae In. Auch die Zusammenarbeit und mit der internationalen Gemeinschaft müsse dazu verstärkt werden. Wenn Nordkorea den richtigen Weg einschlage, könne das rohstoffreiche Land mit seiner hart arbeitenden Bevölkerung wirtschaftlich prosperieren.

In einem Gespräch mit Moon äußerte Abe nach Angaben Südkoreas aber die Sorge, dass der Druck auf den Norden zu früh gelockert werden könnte als Belohnung für die Ankündigung Kims, Atomtestanlagen zu schließen und Raketentests zu stoppen. Zuerst müssten aber konkrete Aktionen sichtbar sein. Moon habe Abe zusagt, nichts ohne Absprache mit den Vereinten Nationen (UN), den USA und anderen Staaten zu unternehmen.

Moon und Li plädierten dafür, Nordkorea wirtschaftlich durch die internationale Gemeinschaft zu unterstützen. Sie wollen Südkorea zufolge zudem Eisenbahnprojekte ausloten, um China und den Süden mit einer Strecke durch den Norden zu verbinden. Auch Russland hat Bereitschaft zur Beteiligung an Projekten auf der Halbinsel bekundet. Dabei geht es um trilaterale Vorhaben wie den Ausbau der Bahn-, Gas- und Strominfrastruktur zwischen den beiden koreanischen Staaten.

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