June 11, 2018 / 3:53 PM / 14 days ago

US-Regierung droht vor Gipfeltreffen mit mehr Sanktionen

Singapur (Reuters) - Die US-Regierung hat sich vor dem historischen Gipfeltreffen zwischen Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un vorsichtig optimistisch gezeigt, aber zugleich mit weiteren Sanktionen gedroht.

U.S. President Donald Trump flanked by Secretary of State Mike Pompeo and White House Chief of Staff John Kelly attend a lunch with Singapore's Prime Minister Lee Hsien Loong and officials at the Istana in Singapore June 11, 2018. REUTERS/Jonathan Ernst

Die Strafmaßnahmen würden vorerst in Kraft bleiben, sagte Außenminister Mike Pompeo am Montag. “Wenn sich die Diplomatie nicht in die richtige Richtung bewegt, (...) werden diese Maßnahmen noch zunehmen.” Trump sagte nach einem Treffen mit Singapurs Ministerpräsident Lee Hsien Loong: “Ich glaube einfach, es wird gut laufen.” Das amerikanisch-nordkoreanische Treffen findet am Dienstag in Singapur statt, wo Kim bereits am Vorabend auf eine Besichtigungstour ging.

Pompeo dämpfte Hoffnungen, dass es einen schnellen Durchbruch in den Verhandlungen geben könnte. Der Gipfel solle den Rahmen für die schwierige Arbeit bilden, die folge. Er beharrte auf der Forderung, wonach Nordkorea das Atomprogramm vollständig, unumkehrbar und nachweisbar aufgeben muss. Der Gipfel in Singapur biete eine historische Chance, die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea neu aufzustellen und könne dem isolierten Staat Frieden und Wohlstand bringen, sagte der frühere CIA-Chef.

Bis kurz vor dem Gipfel, der am Dienstagmorgen (03.00 Uhr MESZ) beginnen soll, gab es am Montag Gespräche zwischen beiden Seiten, um das Treffen vorzubereiten. Das Präsidialamt in Washington erklärte, es gebe mehr Fortschritte als erwartet. Demnach wird Trump bereits am Dienstagabend (etwa 14.00 Uhr MESZ) abreisen. Zuvor war davon die Rede, dass er den Stadtstaat erst am Mittwoch wieder verlässt. Kim wird voraussichtlich am frühen Nachmittag (08.00 Uhr MESZ) abreisen.

Nach einem Bericht der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA werden Trump und Kim über viele Themen sprechen, um die Beziehungen neuzustarten. Der Gipfel sei Ausdruck einer Ära des Wandels. Neben dem Atomprogramm Nordkoreas steht demnach auch auf der Tagesordnung, wie der Frieden auf der Halbinsel dauerhaft gesichert werden kann.

TREFFEN AUF VERGNÜGUNGSINSEL

Trump und Kim wohnen in Singapur an der Orchard Road im Zentrum der Millionenmetropole weniger als einen Kilometer voneinander entfernt. Das eigentliche Treffen findet auf der vorgelagerten Insel Sentosa statt, wo es Hotels, Golfplätze und einen Freizeitpark gibt.

Auch der US-Präsident hat versucht, die Hoffnungen auf eine schnelle Annäherung zu dämpfen. Es handele sich eher um den Beginn von Gesprächen, in deren Verlauf es wohl mehrere Gipfeltreffen geben müsse. Die beiden Politiker hatten sich noch im vergangenen Jahr mit verbalen Attacken überzogen. So bezeichnete Trump Kim als “kleinen Raketenmann”, während der Machthaber den Präsidenten als “umnachteten US-Greis” titulierte. Seit Anfang des Jahres herrscht Tauwetter.

Trump hat auch ein Friedensabkommen ins Gespräch gebracht, weil der Koreakrieg vor 65 Jahren nur mit einem Waffenstillstandsabkommen endete. Formell gibt es zwischen Nordkorea und den USA bis heute keine diplomatischen Beziehungen.

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