March 9, 2018 / 5:43 AM / 3 months ago

Trump will Kim treffen - Nordkorea zu Atomabrüstung bereit

Seoul/Washington (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat sich zu einem historischen Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zur Lösung des Atomkonflikts bereiterklärt.

A combination photo shows U.S. President Donald Trump in New York, U.S. September 21, 2017 and North Korean leader Kim Jong Un in this undated photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang, September 4, 2017. REUTERS/Kevin Lamarque, KCNA/Handout via REUTERS/File Photos

“Ein Treffen wird geplant”, twitterte Trump am Donnerstag. Er nahm damit eine Einladung Kims an, die ihm von einer südkoreanischen Regierungsdelegation überbracht worden war. Südkoreas Sondergesandter Chung Eui Yong, der Kim am Montag getroffen hatte, sagte, der Gipfel solle bis Mai stattfinden. Kim habe eine atomare Abrüstung in Aussicht gestellt und zugesagt, alle Atom- und Raketentests vorerst auszusetzen. China und Russland begrüßten die Entscheidung Trumps. Es wäre die erste direkte Begegnung der Staatschefs beider Länder und eine Kehrtwende in dem Konflikt, in dem sich beide Staatschefs mit Beleidigungen und Drohungen überzogen und die Angst vor einem militärischen Konflikt geschürt haben.

Trump sprach von großen Fortschritten. Kim habe bei dem Treffen mit den Südkoreanern nicht nur von einem Einfrieren des Atomprogramms gesprochen, sondern von nuklearer Abrüstung. Dennoch müssten die Sanktionen aufrecht erhalten werden, bis ein Abkommen erreicht sei. Beim Besuch der südkoreanischen Delegation in Pjöngjang hatte Kim seine Bereitschaft zu einem Verzicht auf Atomwaffen erklärt, wenn die Sicherheit seines Landes garantiert sei. Zugleich vereinbarten die beiden koreanischen Staaten ein Gipfeltreffen im kommenden Monat im Grenzort Panmunjom - das erste seit mehr als einem Jahrzehnt.

US-Außenminister Rex Tillerson sagte in Dschibuti, die Vorbereitung des Treffens von Kim mit Trump werde “einige Wochen” in Anspruch nehmen. Der Präsident habe die Entscheidung alleine getroffen. Die USA seien überrascht, wie weit Kim sich bei seinen Beratungen mit der südkoreanischen Delegation “aus dem Fenster gelehnt” habe.

GIPFELPLÄNE WERDEN WELTWEIT BEGRÜSST

Nun will die südkoreanische Delegation noch Russland und China über die Entwicklung informieren. Russlands Außenminister Sergej Lawrow wertete das geplante Treffen als Schritt in die richtige Richtung. “Es sollte aber nicht nur ein Treffen sein, sondern den Weg für einen umfassenden diplomatischen Prozess ebnen”, sagte er. Ziel sei eine Lösung im Streit über das Atomprogramm der Regierung in Pjöngjang auf Basis jener Leitlinien, die bei den Sechs-Parteien-Gespräche zu Nordkorea und im UN-Sicherheitsrat vereinbart worden seien. An den Sechs-Parteien-Gesprächen hatten neben Nord- und Südkorea, Russland sowie den USA auch China und Japan teilgenommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, die Entwicklung zeige, welchen Erfolg eine geschlossene internationale Haltung mit Sanktionen haben könne. “Es wäre natürlich wunderbar, wenn wir hier eine Entspannung erleben würden”, sagte sie.

Die EU-Kommission sprach von einer “positiven Entwicklung”, mit der die Grundlagen für eine Verhandlungslösung geschaffen werden könnten. Die britische Premierministerin Theresa May kündigte an, die Sanktionen und den Druck auf Nordkorea aufrecht zu erhalten, bis Kim seinen Worten konkrete Taten folgen lasse.

Das chinesische Außenministerium sprach von positiven Signalen der USA und Nordkoreas. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sagte, der Kurswechsel Nordkoreas sei ein Ergebnis des internationalen Drucks auf die Führung in Pjöngjang.

SÜDKOREA: TRUMP HAT KEINE BEDINGUNGEN GESTELLT

Südkoreas Präsident Moon Jae In, der die Entspannungsbemühungen während der Olympischen Winterspiele in seinem Land angestoßen hatte, sagte, das Gipfeltreffen werde die Weichen für eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel stellen. Trump habe keine Vorbedingungen für das Treffen mit Kim gestellt. Bisher hatte Trump angedeutet, die Voraussetzungen für ein Treffen seien nicht gegeben. Noch im Oktober machte er sich über Tillerson lustig, der bei den Gesprächsbemühungen mit Nordkorea nur seine Zeit verschwende.

Mit Kim lieferte sich Trump mehrmals einen verbalen Schlagabtausch. So bezeichnete der US-Präsident den Nordkoreaner als “Verrückten” und verspottete ihn als “kleinen Raketenmann”. Vor den Vereinten Nationen drohte er dem Land die völlige Zerstörung an, wenn es die USA angreifen sollte. Kim wiederum nannte Trump einen “geistig verwirrten Greis”. Zugleich drohte Nordkorea mit Atomwaffen, die jeden Winkel der USA erreichen könnten.

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham warnte Kim vor politischen Tricksereien. “Das Schlimmste, was Sie tun könnten, wäre der Versuch, mit Präsident Trump bei einem Treffen ein Spielchen zu treiben. Wenn Sie das tun, wird es Ihr Ende sein - und das Ende ihres Regimes”, schrieb er auf Twitter.

Das letzte ähnlich hochrangige Treffen gab es im Oktober 2000. In der Amtszeit von US-Präsident Bill Clinton traf sich Außenministerin Madeleine Albright in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang mit dem damaligen Machthaber Kim Jong Il - dem Vater Kims.

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