January 1, 2018 / 10:07 AM / 7 months ago

Nordkoreas Machthaber droht und bietet zugleich Dialog an

Seoul (Reuters) - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat in seiner Neujahrsansprache mit seinen Atomwaffen gedroht und sich gleichzeitig offen für Gespräche gezeigt.

North Korea's leader Kim Jong Un speaks during a New Year's Day speech in this photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang on January 1, 2018. KCNA / via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. NO THIRD PARTY SALES. NOT FOR USE BY REUTERS THIRD PARTY DISTRIBUTORS. SOUTH KOREA OUT.

Wegen des nuklearen Arsenals seines Landes würden die USA niemals einen Krieg gegen Nordkorea beginnen können, sagte Kim in der am Montag im Staatsfernsehen ausgestrahlten Rede. “Die gesamten Vereinigten Staaten liegen in Reichweite unserer Kernwaffen und auf meinem Schreibtisch steht immer ein Atomknopf”, erklärte er. “Das ist keine Drohung, sondern die Realität.” In diesem Jahr werde sich man sich auf die Massenproduktion von Atomsprengköpfen und ballistischen Raketen konzentrieren. Nordkorea werde jedoch nur Atomwaffen einsetzen, wenn die Sicherheit des Landes bedroht sei.

Zudem sendete Kim aber auch Entspannungssignale: Er stehe einem Dialog mit dem Süden offen gegenüber. “Was die Nord-Süd-Beziehungen angeht, sollten wir die militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abbauen, um ein friedliches Umfeld zu schaffen”, sagte er. “Der Norden und der Süden sollten sich beide bemühen.” Er werde die Entsendung einer nordkoreanischen Delegation zu den Olympischen Winterspielen im Februar in Südkorea in Erwägung ziehen, sagte Kim weiter. Dies wäre ein guter Zeitpunkt, um “die Einheit des Volkes” zu demonstrieren. Vertreter beider Staaten sollten sich dringend treffen, um diese Möglichkeit zu besprechen.

Südkorea lobte das Gesprächsangebot: “Wir hoffen, die beiden Koreas können sich zusammensetzen und eine Lösung finden, um die Spannungen zu reduzieren und Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu schaffen”, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Präsidialamts. Das Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele zeigte sich für eine Teilnahme Nordkoreas aufgeschlossen. “Das Komitee wird relevante Fragen sowohl mit der südkoreanischen Regierung als auch dem Internationalen Olympischen Komitee erörtern”, sagte der Präsident des Organisationskomitees von Pyeongchang, Lee Hee-beom.

Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in, der im Mai 2017 das Präsidentenamt übernahm, hatte sich für eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Spielen ausgesprochen. Nordkorea wies Gesprächsangebote bisher aber zurück.

Wegen der Raketen- und Atomtests des Nordens hatten sich die Spannungen auf der Halbinsel in den vergangenen Monaten verschärft. Ende November hatte Nordkorea nach einem Raketentest erklärt, das gesamte Staatsgebiet der USA liege nun in Reichweite seiner Nuklearwaffen.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich zurückhaltend auf Fragen von Reportern zu der Rede von Kim vor einer Silvesterfeier in Florida zunächst: “Wir werden sehen, wir werden sehen.”

INSIDER - RUSSISCHE TANKER HABEN NORDKOREA MIT ÖL VERSORGT

Wegen der Raketen- und Atomtests Nordkoreas hatten die Vereinten Nationen die Sanktionen gegen das Land verschärft und unter anderem ein Ölembargo verhängt. Insidern zufolge haben russische Tanker in den vergangenen Monaten aber mindestens dreimal Nordkorea mit Treibstoffen versorgt. Dabei hätten die Schiffe auf hoher See ihre Ladung an nordkoreanische Tanker übergeben, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus hochrangigen westeuropäischen Sicherheitskreisen. Der Verkauf von Öl oder Ölprodukten aus Russland verstoße gegen UN-Sanktionen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass der russische Staat an den Transfers beteiligt gewesen sei, sagte einer der Insider.

Südkorea hatte in den vergangenen Tagen zwei Schiffe wegen des wegen der möglichen Umgehung von Nordkorea-Sanktionen beschlagnahmt. Sie fuhren unter der Flagge Hongkongs und Panamas.

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