June 1, 2018 / 8:35 PM / 5 months ago

Zusage, Absage, Zusage - Trump will Kim doch treffen

- von Steve Holland und Jeff Mason

North Korea's envoy Kim Yong Chol poses with U.S. President Donald Trump for a photo by an official photographer as he departs after a meeting at the White House in Washington, U.S., June 1, 2018. REUTERS/Leah Millis

Washington (Reuters) - Im diplomatischen Ringen mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump erneut eine Kehrtwende gemacht.

Sein Gipfeltreffen mit Machthaber Kim Jong Un werde doch wie ursprünglich geplant am 12. Juni in Singapur stattfinden, kündigte Trump am Freitag in Washington nach einem Treffen mit einem hochrangigen Gesandten aus Pjöngjang an. Er gehe davon aus, dass es letztlich ein sehr erfolgreicher Prozess werde. Zudem stellte er ein Ende der Sanktionen gegen das international isolierte Land in Aussicht.

Vertreter der USA und Nordkoreas versuchen seit Wochen, das historische Treffen stattfinden zu lassen. Nach der ersten Vereinbarung über das Treffen warf Trump der Staatsführung Ende Mai allerdings “offene Feindseligkeit” vor und sagte die Begegnung ab. Kurz darauf erklärte er wieder seine grundsätzliche Bereitschaft. Nun reiste Kims Vertrauter Kim Yong Chol nach Washington, der bisher wegen seiner Rolle in der Militärführung auf einer Sanktionsliste stand und nicht in die USA durfte. Es war der hochrangigste nordkoreanische Besuch im Weißen Haus seit dem Jahr 2000, als Bill Clinton im Amt war.

Trump bemühte sich, die Erwartungen an den Atomgipfel herunterzuschrauben. Er gehe davon aus, dass mehre Treffen benötigt würden, um alle Probleme zu klären. Er habe seinem Gesprächspartner gesagt: “Nehmen Sie sich Zeit.”

Die USA verlangen wie viele andere Länder von Nordkorea eine vollständige atomare Abrüstung und haben im Gegenzug eine Streichung von Strafmaßnahmen in Aussicht gestellt. Dieses Angebot erneuerte Trump: “Ich freue mich auf den Tag, an dem ich die Sanktionen gegen Nordkorea aufheben kann.” Über ein Schreiben von Machthaber Kim, das Kim Yong Chol überbrachte, äußerte sich Trump widersprüchlich. Es sei ein “sehr schöner Brief ... ein sehr interessanter Brief”. Kurz darauf erklärte Trump, er habe ihn noch nicht geöffnet.

NORDKOREA WILL SICHERHEITSGARANTIEN

Die Führung in Pjöngjang hat es bislang abgelehnt, einseitig abzurüsten und verlangt Sicherheitsgarantien und einen Abzug der amerikanischen Truppen aus Südkorea, das eng mit dem USA verbündet ist. Zudem gehen Experten davon aus, dass Kim das Atom- und Raketenprogramm als Überlebensgarantie sieht.

US-Vizepräsident Mike Pence hatte Nordkorea im Mai mit Libyen verglichen, wo Machthaber Muammar Gaddafi ein Atomwaffenprogramm aufgegeben habe, um später von Milizionären getötet zu werden. Daraufhin bezeichnete Nordkorea Pence als “politischen Dummkopf”, und Trump sagte das Abkommen ab.

Noch im vergangenen Jahr hatten sich Kim und Trump immer wieder mit verbalen Attacken überzogen und sich gegenseitig mit der Vernichtung gedroht. In diesem Jahr setzte ein Tauwetter ein. So haben nähern sich auch die beiden koreanischen Staaten an, die formell seit dem Koreakrieg im Kriegszustand sind.

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