September 15, 2011 / 1:43 PM / 8 years ago

Notenbanken machen Dollar-Geldmarkt wetterfest

Dollar-Scheine am 8. August 2011 in Warschau. REUTERS/Kacper Pempel

Frankfurt (Reuters) - Der nächste Coup der Notenbanken im Kampf gegen die Vertrauenskrise an den Märkten: Die wichtigsten globalen Zentralbanken machen den Dollar-Geldmarkt in Europa bis ins kommende Frühjahr wetterfest. Banken bekommen bei Bedarf so viele Dollars wie sie wollen. Am Finanzmarkt sorgt die gemeinsame Aktion von EZB, Fed & Co. für ein Kursfeuerwerk.

Wie die Europäische Zentralbank (EZB), die Federal Reserve in den USA sowie die Notenbanken von Großbritannien, Japan und der Schweiz am Donnerstag mitteilten, werden sie im Oktober, November und Dezember jeweils drei Monate laufende Dollar-Refinanzierungsgeschäfte auflegen. Diese ergänzen die bereits seit Mai 2010 laufenden wöchentlichen Dollar-Tender. Die erste Geldmarktoperation beginnt Mitte Oktober und läuft bis Anfang Januar. Der dritte und letzte Tender endet dann Anfang März. Alle drei Geschäfte würden zum Festzins bei voller Zuteilung an alle teilnehmenden Banken abgewickelt.

Am Finanzmarkt sorgte der Coup der Notenbanker für steigende Kurse vor allem von Finanztiteln. Dax, EuroStoxx und der europäische Bankenindex zogen kräftig an. Der Euro legte ebenfalls kräftig zu. An der Pariser Börse verteuerten sich die Anteilsscheine von BNP Paribas sogar um 22 Prozent. Aktien von Societe Generale und Credit Agricole zogen um zehn Prozent. In Frankfurt ging es für das Papier der Deutschen Bank ebenfalls um zehn Prozent nach oben.

Hintergrund der Aktion waren Refinanzierungsprobleme am Dollar-Interbankenmarkt. Dollar waren zuletzt in Europa Mangelware, vor allem französische Geldhäuser hatten dem Vernehmen nach öfter Probleme. Der Hauptgrund für die Dollar-Knappheit: Zahlreiche US-Geldmarktfonds hatten sich wegen der Börsenturbulenzen seit dem Sommer zuletzt aus Europa zurückgezogen. Damit wurde es für viele hiesige Banken zunehmend schwieriger sich zu refinanzieren. Aus Frankreich hatte es immer wieder geheißen, dass es keine Probleme gebe. Deutsche Banken kamen angeblich in der Masse stets an ausreichend Dollar.

- von Andreas Framke

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