May 13, 2011 / 12:08 PM / 8 years ago

Pakistans Tabliban rächen sich für Bin Laden - 82 Tote

Charsadda (Reuters) - Die pakistanischen Taliban haben sich zu einem schweren Anschlag als Rache für die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden bekannt.

Zwei Selbstmordattentäter rissen am Freitag bei dem Angriff auf ein Ausbildungszentrum der pakistanischen Sicherheitskräfte im Nordwesten des Landes 80 Menschen mit in den Tod. Ein Sprecher der Islamisten kündigte weitere Angriffe an. Angesichts der anhaltenden Spannungen zwischen den Regierungen in Washington und Islamabad nach der Tötung Bin Ladens durch ein amerikanisches Spezialkommando sagte der Chef des pakistanischen Generalstabs nach Angaben aus Militärkreisen einen geplanten USA-Besuch ab.

Der Anschlag in der Stadt Charsadda traf Rekruten, die gerade das Zentrum verließen. Von den Toten stammten 65 aus ihren Reihen. Am Straßenrand waren Blutlachen zu sehen, in denen Schuhe und Uniform-Kappen lagen. Schockierte Verletzte mit zerrissenen Uniformen wurden auf Lastwagen vom Ort des Angriffes weggebracht. Ein Sprecher der Taliban erklärte per Telefon, zwei Selbstmordattentäter hätten sich in die Luft gesprengt. “Es wird weitere geben”, sagte er über den Angriff.

Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag als grausam und hinterhältig. Das brutale Vorgehen zeige, dass die Terrorgefahr auch nach dem Tod Bin Ladens nicht gebannt sei, erklärte Außenminister Guido Westerwelle.

US-Elitesoldaten hatten Bin Laden am 2. Mai in Pakistan getötet. Die Extremisten-Organisation Al-Kaida und die mit ihr verbündeten Taliban schworen daraufhin Rache. Die Taliban in Pakistan sind überwiegend Paschtunen, die einen islamischen Religionsstaat errichten wollen. Sie haben wiederholt bewiesen, dass sie auch hochrangige Ziele treffen können, darunter auch zentrale Einrichtungen der Sicherheitskräfte in dem Land, das über Atomwaffen verfügt. Die pakistanische Regierung hat einige radikale Gruppen als Werkzeug gegen seinen Erzrivalen Indien gefördert.

Bin Laden war von den amerikanischen Einheiten etwa 50 Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernt aufgespürt worden. Die Beziehungen zwischen den USA und Pakistan sind seitdem gespannt: Insbesondere im US-Kongress herrscht Skepsis, dass der pakistanische Geheimdienst nicht von dem Aufenthaltsort gewusst haben soll. Pakistan weist entsprechende Vorwürfe zurück. Nach Angaben aus Militärkreisen sagte der pakistanische Generalstabschef General Khalid Shameem Wynne am Freitag einen geplanten fünftägigen Besuch in den USA ab. Unter den gegenwärtigen Bedingungen sei die Reise nicht möglich, hieß es zur Begründung.

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