July 25, 2018 / 8:12 AM / 5 months ago

29 Tote bei Selbstmordanschlag am Wahltag in Pakistan

Security officers gather at the site of a blast outside a polling station in Quetta, Pakistan, July 25, 2018. REUTERS/Naseer Ahmed

Quetta/Peshawar (Reuters) - Ein schwerer Selbstmordanschlag hat am Mittwoch die Parlamentswahl in Pakistan überschattet.

In der Hauptstadt der Provinz Baluchistan, Quetta, sprengte sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe eines Wahllokals in die Luft und riss 29 Menschen mit in den Tod. Zu der Tat bekannte sich die Islamisten-Miliz IS. Bei der Wahl wird Umfragen zufolge ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Partei des ehemaligen Cricket-Stars Imran Khan und der noch regierenden Partei des wegen Korruption im Gefängnis sitzenden Ex-Ministerpräsidenten Nawaz Sharif erwartet.

Einem Krankenhaussprecher zufolge wurden bei dem Anschlag in Quetta 35 weitere Menschen verletzt. Der Attentäter habe sein Motorrad in ein Polizeifahrzeug gesteuert, hieß es in Sicherheitskreisen.

Schon der Wahlkampf war in Baluchistan von Gewalt und Anschlägen gekennzeichnet. Mitte des Monats tötete in der Stadt Mastung ebenfalls ein Selbstmordattentäter bei einer Wahlversammlung 149 Menschen. Baluchistan grenzt an den Iran und an Afghanistan und ist seit längerem von Unsicherheit und Gewalt geprägt. In der Provinz halten sich Kämpfer des IS, der Al-Kaida und der Taliban auf. Mehr als 370.000 Soldaten wurden landesweit aufgeboten, um Anschläge zu verhindern. Dies sind fünf Mal mehr als bei der vorangegangenen Wahl 2013.

KHAN VERSPRICHT KAMPF GEGEN KORRUPTION

“Es ist die wichtigste Wahl in der Geschichte Pakistans”, sagte der 65-jährige Khan bei der Stimmabgabe in der Hauptstadt Islamabad. Im Wahlkampf warb er für einen “islamischen Wohlfahrtsstaat” und versprach, die Korruption zu bekämpfen und zehn Millionen Arbeitsplätze zu schaffen. Die politische Elite der Atommacht bezeichnete er als rücksichtslos. Sie verhindere die Entwicklung des verarmten überwiegend muslimischen Landes.

Gegner werfen Khan vor, vom mächtigen Militär unterstützt zu werden, das das Land mehr als die Hälfte seiner Geschichte regiert hat. Sharifs Partei PML-N bezeichnete die Wahl als Volksabstimmung über die Demokratie in Pakistan. Sie kündigte an, im Falle eines Siegs, große Infrastrukturprojekte etwa im Straßenbau anschieben zu wollen. Neue Kraftwerke sollten dafür sorgen, die Zahl der häufigen Stromausfälle zu reduzieren. “Wir werden die Arbeitslosigkeit beenden, die Armut ausrotten und die Bildung fördern”, sagte der Präsident der PML-N, Shehbaz Sharif.

Der Parteichef ist ein Bruder von Nawaz Sharif, der 2017 wegen Korruptionsvorwürfen des Amtes enthoben worden war. Ein Untersuchungsausschuss hatte festgestellt, dass seine Familie nicht belegen könne, wie sie zu ihrem großen Reichtum gekommen sei. Im Juli wurde er in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt. Sharif hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen, kehrte aber dennoch aus London nach Pakistan zurück, um seine Haftstrafe anzutreten und seine Partei zusammenzuhalten.

Rund 106 Millionen registrierte Wähler waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahllokale schließen um 15.00 Uhr MESZ. Der Wahlsieger dürfte in der Nacht (MESZ) feststehen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below